Medikamente wie Ozempic können beim Abnehmen helfen und werden inzwischen auch zur Behandlung von Adipositas eingesetzt. Wie sie wirken, welche Ergebnisse Studien zeigen und warum Lebensstiländerungen trotzdem entscheidend bleiben.
Wenn Patient*innen mit Adipositas eine dauerhafte Gewichtsreduktion nicht gelingt, werden in der Zukunft zunehmend unterstützend Medikamente eingesetzt, die aus der Diabetes-Behandlung bekannt sind. Sie vermindern den Appetit und führen so zu einer Gewichtsreduktion. In Deutschland wurden diese Medikamente häufig bislang nur im Rahmen einer Diabetes-Therapie zugelassen, mittlerweile liegen jedoch auch Zulassungen für die Behandlung des Übergewichts vor. Erfolgt die Behandlung jedoch ausschließlich zur Gewichtsreduktion, müssen Patient*innen die Kosten derzeit in der Regel selbst bezahlen. Diese Medikamente sind auch aus den sozialen Medien bekannt und haben einen „Hype“ ausgelöst, so dass derzeit oft Lieferschwierigkeiten bestehen.
Bei vielen Patient*innen mit Adipositas ist das hormonelle Gleichgewicht zwischen Hunger und Sättigung gestört. Hier setzen moderne Medikamente an. Der Wirkstoff Semaglutid beeinflusst hormonelle Signale im Körper, die das Sättigungsgefühl im Gehirn verstärken und dafür sorgen, dass sich der Magen langsamer entleert. Dadurch nimmt der Appetit ab und die Nahrungsaufnahme wird reduziert. Semaglutid wird unter dem Handelsnamen Ozempic zur Behandlung von Diabetes Typ 2 eingesetzt und ist unter dem Namen Wegovy auch zur Behandlung von Adipositas zugelassen und in Deutschland verfügbar. Die Medikamente werden in der Regel einmal pro Woche unter die Haut gespritzt.
Darüber hinaus wird derzeit an neuen Darreichungsformen gearbeitet: Wirkstoffe mit ähnlichen Effekten werden zunehmend auch als Tabletten entwickelt oder bereits für einzelne Indikationen außerhalb Deutschlands eingesetzt. Ziel ist es, die Behandlung künftig einfacher und für Patientinnen noch besser zugänglich zu machen.



