An der Mehrzahl der Rückenschmerzen sind Fehlbelastungen im Alltag Schuld. Doch nicht allein „falsches“ Heben oder Tragen von schweren Lasten führt zu Rückenleiden, sondern auch einseitige Körperhaltungen. Menschen, die den ganzen Tag am Computer sitzen, sind für Wirbelsäulenerkrankungen ebenso anfällig wie LKW-Fahrer oder Bauarbeiter.
Diagnostik bei Rückenschmerzen
Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule sind normal, doch wer wiederholt unter Rückenschmerzen leidet, sollte sich genau untersuchen lassen, ob er behandelt oder gar operiert werden muss:
- Gibt es Gefühls- oder Bewegungsbeeinträchtigungen?
- Ist das Rückenmark geschädigt?
- Ist die Stabilität der Wirbelsäule gefährdet?
Für die Untersuchung kommen neben Funktionsuntersuchungen und Röntgenaufnahmen auch weiterführende diagnostische Mittel wie die Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomographie (CT) zum Einsatz.
Eine Operation ist nur dann notwendig, wenn die Struktur der Wirbelsäule so beeinträchtigt ist, dass sie ihre Funktion einerseits als Stütz- und Bewegungsorgan, andererseits als Schutzorgan für Rückenmark und Nervenwurzeln nicht mehr erfüllt und konservative Therapieverfahren keine Linderung erbringen.
Eine Operation kann zwar Beschwerden lindern, die ursprüngliche Anatomie und Funktionsfähigkeit der Wirbelsäule kann jedoch mit einer OP meist nicht wiederhergestellt werden.
Rücken-Reha: Gegen den Schmerz und für den Muskelaufbau
Rückenschmerzen, die auf Verschleißerscheinungen zurückgehen, aber starke Schmerzen verursachen, sollten primär konservativ durch Schmerzbehandlung, Physiotherapie und Rehabilitation angegangen werden – vorausgesetzt, es liegen keine neurologischen Ausfälle vor.
Bei der konservativen Therapie geht es zunächst um eine Schmerzlinderung. Ziel ist es, Bewegung zu ermöglichen. Neben allen medikamentösen Mitteln der Schmerzbehandlung und der Physiotherapie können Lokalanästhetika und Antiphlogistika auch wirbelsäulennah in verschiedenen Injektionstechniken appliziert werden. Auch über eine Infusion können verschiedene Medikamente verabreicht werden, um akute oder chronische Schmerzen zu stillen.
Wenn der Patient wieder in der Lage ist, sich zu bewegen, beginnt die aktive Rehabilitation: Unter sporttherapeutischer Anleitung trainiert der Rückenpatient gezielt Rumpf und Rückenmuskulatur. Außerdem lernt er, wie er sich im Alltag rückengerecht bewegen und verhalten kann. Gemeinsam mit den Therapeuten wird erörtert, wie der Arbeitsplatz des Patienten zukünftig rückenfreundlicher gestaltet werden kann.






















