Formen der Arthrose
Arthrose des Kniegelenks (Gonarthrose)
Der Verschleiß des Kniegelenks – auch Gonarthrose genannt – gehört zu den häufigsten Arthrose-Formen. Bei der Kniegelenkarthrose baut sich der Knorpel im Kniegelenk allmählich ab und kann die Knochen nicht mehr gut schützen. Häufige Kniearthrose-Symptome sind anhaltende Schmerzen im Knie und eine eingeschränkte Beweglichkeit. Vor allem nach Ruhepausen schmerzt das Knie bei Belastung und fühlt sich steif an. Bei fortschreitendem Verlauf können die Gelenkschmerzen auch während Ruhephasen oder nachts auftreten.
Zu den vielen Ursachen, die die Entstehung einer Gonarthrose begünstigen, gehören neben einer erblichen Veranlagung vor allem Verletzungen, Unfälle und eine anhaltende Überlastung des Kniegelenks. Letztere entsteht vor allem durch Fehlstellung des Kniegelenks (z. B. X- oder O-Beine), Übergewicht und Gelenkentzündungen (z. B. Rheuma). Zudem erhöhen bestimmte Berufe das Risiko für Kniearthrose. Dazu gehören vor allem Arbeitsbereiche, in denen Beschäftigte lange knien, hocken, stehen, klettern oder schwer heben.
Achtung: Auch Berufstätige, die einen Großteil ihrer Arbeitszeit im Sitzen verbringen, sind häufig von Kniearthrose betroffen. Im Sitzen ist das Knie die meiste Zeit gebeugt und die Kniescheibe wird eng an das Kniegelenk gepresst. Der permanente Druck führt zu einer Mangelversorgung der Gelenkflächen mit Nährstoffen. Hier kann schon ein kleines Fußbänkchen unter dem Schreibtisch helfen, welches die Beinstreckung fördert.
Arthrose des Hüftgelenks (Coxarthrose)
Der Verschleißprozess kommt sehr häufig auch im Hüftgelenk vor. Bei einer Hüftgelenkarthrose – auch als Coxarthrose bezeichnet – ist der Knorpel von Hüftkopf und/oder Hüftgelenkpfanne beschädigt. Diese Arthrose-Form entwickelt sich meist schleichend über Jahre hinweg, kann den Alltag jedoch stark beeinträchtigen.
Auch die Beschwerden nehmen stetig zu, sodass Betroffene zunächst bei Bewegung und Belastung Schmerzen im Hüft- und Leistenbereich bemerken und mit fortschreitendem Verlauf unter stärkeren und häufigeren Schmerzen, Schlafproblemen und deutlichen Einschränkungen im Alltag und Beruf leiden.
Weitere typische Hüftarthrose-Symptome sind sogenannte Anlaufschmerzen, die zu Beginn einer Bewegung auftreten und nach wenigen Schritten nachlassen, Beschwerden beim Auf- und Abwärtsgehen und das Hinken aufgrund von Gelenkschmerzen im Hüftbereich. Auch die Bewegung des Oberschenkels nach innen ist für manche Betroffene sehr schmerzhaft.
Eine Hüftarthrose hat ähnliche Risikofaktoren wie die Kniearthose: Genetische Veranlagungen wie auch Über- und Fehlbelastungen begünstigen die Coxarthrose. So sind starkes Übergewicht, Hüfterkrankungen oder -Fehlstellungen typische Auslöser. Auch frühere Hüftverletzungen (z. B. Brüche oder Ausrenkungen) und Gelenkentzündungen (z. B. Rheuma) können Ursachen sein.
Die Körperbelastung spielt auch bei der Hüftarthrose eine große Rolle. So können körperliche Belastung im Beruf und bestimmte Sportaktivitäten zur schmerzhaften Gelenkerkrankung führen. Häufig sind z. B. Fuß- und Handballer*innen aufgrund starker Stoßbelastungen von einer Hüftarthose betroffen.
Ausgelöst wird die Hüftgelenkarthrose außerdem auch oft durch das sogenannte Hüftimpingement (verengter Gelenkzwischenraum aufgrund ungünstiger Form von Hüftkopf und/oder Hüftgelenkpfanne) und die Hüftkopfnekrose (absterbender Hüftkopfknochen).
Weitere Formen der Arthrose
Auch wenn die Knie- und Hüftarthrose zu den häufigsten Formen der Arthrose zählen, können viele andere Gelenke von einem Verschleiß betroffen sein und starke Gelenkschmerzen, Versteifungen und schwere Alltagsbeeinträchtigungen verursachen. Denn überall wo Gelenke sind, können die Knorpel abgenutzt und die Knochen beschädigt werden.
Eine Arthrose tritt oftmals auch in
- Hand-, Finger-, Zehen- und Sprunggelenken,
- der Schulter oder
- der Wirbelsäule auf.
Von einer Polyarthrose spricht man, wenn mehrere Gelenke von einem Gelenkverschleiß betroffen sind.