Corona Langzeitfolgen

Spezifische Reha nach Corona

In den Post-COVID-Schwerpunktkliniken der MEDICLIN behandeln wir Menschen, die an Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung (Long COVID) leiden nach einem spezifischen Post-COVID-Reha-Konzept. Welche Corona-Spätfolgen auftreten können, wie die Therapie aussieht und für wen eine Post-COVID-Reha sinnvoll ist, erfahren Sie auf dieser Seite.

Corona: Spätfolgen für die Gesundheit

Menschen, die nach einer überstandenen Corona-Infektion mit körperlichen oder seelischen Langzeitfolgen zu kämpfen haben, leiden an einem Long-COVID- bzw. Post-COVID-Syndrom. Wie viele Menschen betroffen sind, kann man noch nicht sicher sagen, da Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

In unseren Post-COVID-Schwerpunktkliniken behandeln wir Sie nach einem interdisziplinären Post-COVID-Reha-Konzept. Dieses beinhaltet eine standardisierte Diagnostik und einen standortübergreifenden fachärztlichen Expertenaustausch.

Das Coronavirus tritt über den Mund- und Rachenraum in den Körper ein und längst steht fest: COVID-19 ist eine multisystemische Erkrankung. Das heißt, das Virus kann praktisch jede Zelle des Körpers befallen. Somit leiden neben der Lunge auch andere Organe wie Herz, Nieren, Leber, Gehirn. In schweren Fällen müssen die Betroffenen beatmet werden. Doch auch bei zunächst milden Verläufen können erhebliche Corona-Spätfolgen auftreten.

„Ich war vorher völlig gesund, hatte keinerlei Krankheiten. Meine COVID-Erkrankung verlief eigentlich nur wie eine schwere Erkältung. Seither geht es mir aber schlecht. Jetzt habe ich in der Reha erklärt bekommen, was ich habe und was man dagegen machen kann, langsam geht es mir besser. Besonders die Reflektorische Atemtherapie hilft mir sehr, auch der Austausch mit den anderen Patienten. Da merkt man, dass man nicht alleine ist mit diesen Problemen.“

- Patientin in der Albert Schweitzer Klinik, 38 Jahre

Kapazitäten in unseren Kliniken

  • Wir versorgen Post-COVID-Patient*innen mit unterschiedlichen Indikationen.
  • Wir stellen schnell Kapazitäten zur Verfügung.
  • Wir vermitteln direkt freie Plätze und unterstützen Sie bei der Klinikwahl durch medizinische Experten.

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Definition Long COVID / Post-COVID

Long COVID bezeichnet Beschwerden, die vier bis zwölf Wochen nach Beendigung der akuten Infektion auftreten. Die Patient*innen sind von einer Corona-Infektion genesen, haben also keine nachweisbaren Coronaviren mehr in ihrem Körper. Sie leiden aber an Beschwerden aufgrund der vorangegangenen Infektion.  

Post-COVID bezeichnet Beschwerden, die über einen längeren Zeitraum als zwölf Wochen nach der Infektion fortbestehen oder neu auftreten.

Nach der deutschen Leitlinie vom März 2023 umfasst Post-COVID bzw. Long COVID

  • Symptome, die nach der akuten COVID-19 oder deren Behandlung fortbestehen,
  • neue Symptome, die nach dem Ende der akuten Phase auftreten, aber als Folge der SARS-CoV-2-Infektion verstanden werden können, 
  • Verschlechterung einer vorbestehenden Erkrankung in Folge einer SARS-CoV-2-Infektion. 

Corona-Langzeitfolgen

Long COVID-Symptome: Welche Corona-Langzeitfolgen können auftreten?

Das  Coronavirus kann praktisch sämtliche Organe wie Lunge, Herz, Nieren, Leber und Gehirn befallen. Daher können Long-COVID-Symptome vielfältig und individuell unterschiedlich sein. Typisch für die Beschwerden ist ein wellenförmiger Verlauf. Es gibt Phasen, in denen es den Patient*innen besser geht und dann gibt es wieder Phasen, in denen die Symptome deutlich schlimmer sind.

  • Andauernde Müdigkeit (Fatigue)
    Menschen, die an Covid-19 erkrankt waren, berichten immer wieder, dass sie sich auch Wochen nach einer Infektion ständig müde, abgeschlagen und schwach fühlen. Nach körperlicher oder geistiger Anstrengung sind die Betroffenen häufig stark und schnell erschöpft (Fatigue). Ein Teil der Post-COVID-Patient*innen leidet an einer sog. Post-exertionellen Malaise (PEM). Dabei verschlechtern sich die Symptome auch bei geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung, ohne dass sich die Betroffenen wie gewohnt erholen.

    Weitere Informationen zum Erschöpfungssyndrom nach Corona
     
  • Lungenschäden, Atemnot, Husten
    Die Lunge ist bei einer COVID-19-Erkrankung meist stark betroffen. Zu den typischen Corona-Spätfolgen gehören Atemnot und Husten, vor allem bei Anstrengung. Die Patient*innen fühlen sich weniger leistungsfähig und sind dadurch in ihrem Alltag stark eingeschränkt. Patient*innen, die schwer an COVID-19 erkranken, erleiden häufig eine Lungenentzündung. Dadurch können lang anhaltende Gewebeschäden auftreten, die in seltenen Fällen  eine längerfristige Sauerstofftherapie erfordern.

  • Nerven- und Gehirnschädigungen, kognitive Störungen
    Coronaviren können das zentrale Nervensystem und das Gehirn befallen. Dort sorgen sie für Veränderungen, die zu den typischen Corona-Spätfolgen wie Gedächtnisproblemen, Konzentrationsstörungen, Wortfindungsstörungen, Unruhe und Verwirrtheit führen können. Auch das Risiko für epileptische Anfälle ist erhöht. In Folge von COVID-19 tritt gelegentlich das Guillain-Barré-Syndrom auf - eine Autoimmunreaktion gegen Nervengewebe, das mit einer zeitweisen Muskelschwäche bis hin zu Lähmungen und Sensibilitätsstörungen an Händen und Füßen einhergeht.

  • Gefäßerkrankungen
    Bei einer Infektion mit dem Coronavirus können laut internationalen Studien Blutgefäße  geschädigt werden. Entzündungen in den Blutgefäßen verursachen Gerinnsel, die Thrombosen auslösen. Folgen sind Schlaganfälle, Herzinfarkte und Nierenversagen. Aufgrund der erhöhten Blutgerinnung können auch Herzkreislauferkrankungen wie Herzmuskelentzündungen oder eine verminderte Herzleistung auftreten.

  • Psychische Probleme, Angst und Depressionen
    Betroffene leiden häufig unter psychischen Symptomen wie Angst, depressiver Stimmung und Reizbarkeit. Aber auch psychosomatische Beschwerden wie Herzklopfen, Atemnot, Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen und Schlafstörungen können auftreten.

  • Tinnitus, Hörstörungen, Schwindel
    Eine Corona-Infektion kann sich auf das Gehör auswirken und einen Tinnitus verursachen oder verschlimmern. Mitunter kommt es zu einem anhaltenden Hörverlust. Betroffene klagen außerdem über Ohrenschmerzen und Schwindel.

  • Schmerzen
    Auch Schmerzen sind häufige Long COVID-Symptome. Dazu zählen Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen sowie Schmerzen und Missempfindungen der Nerven, hauptsächlich in Füßen und Beinen, aber auch den Händen und Armen, die sich bei Anstrengung verstärken können.

  • Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns
    Auch Geruchs- und Geschmacksstörungen können auftreten, kommen allerdings mittlerweile seltener vor.

Brain Fogging: Wenn das Gehirn vernebelt ist

Ein Symptom, das bei Long COVID auftreten kann, ist das sogenannte „Brain Fogging“. „Brain Fogging kann man mit Gehirnvernebelung übersetzen“, erklärt Professor Dr. Mario Siebler, Leiter der MEDICLIN Rehabilitationsforschung. „Betroffene fühlen sich wie im Nebel und haben das Gefühl, nicht mehr klar denken zu können. Das äußert sich u. a. in Gedächtnisstörungen, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Vergesslichkeit oder Wortfindungsproblemen.“

Corona-Risikogruppen

Long COVID: Wie häufig sind Corona-Spätfolgen und wen trifft es?

Wie häufig Post/Long-COVID auftritt lässt sich nicht genau sagen, da Studien zu verschiedenen Ergebnissen kommen. Ein signifikanter Prozentsatz scheint jedoch betroffen zu sein: Bei denjenigen Patient*innen, die nicht im Krankenhaus behandelt wurden, sind es anfangs 10 bis 15 Prozent, nach acht Wochen sind es ca. 5% und nach zwölf Wochen noch ca. 2%.

Leider weiß man bisher nicht, warum manche Menschen nach einer Corona-Infektion Post-COVID-Symptome entwickeln und andere nicht. Der Schweregrad einer COVID-19-Erkrankung kann zwar ein Indikator sein, jedoch gibt es auch viele Fälle, in denen Menschen mit milden oder sogar symptomfreien Coronavirus-Infektionen an Long COVID leiden. Andererseits führt nicht jede schwere COVID-19-Erkrankung automatisch zu PCS-Symptomen.

Aktuelle Studien zeigen, dass Frauen häufiger betroffener sind als Männer. Am häufigsten tritt Post/Long-COVID bei Personen im Alter von 30 bis 50 Jahren auf. Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen, Übergewicht oder psychischen Vorerkrankungen sind häufiger betroffen.

Corona-Risikogruppen: Wer ist besonders gefährdet, schwer an COVID-19 zu erkranken?

Corona-Risikogruppen: Wer ist besonders gefährdet, schwer an COVID-19 zu erkranken?

Besonders gefährdet, schwer an COVID-19 zu erkranken, sind ältere Personen ab 60 Jahren, Raucher*innen und Menschen mit folgenden Grunderkrankungen:

  • Chronische Lungenerkrankungen: z. B. COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) oder chronische Bronchitis
  • Chronische Herz-Kreislauferkrankungen: z. B. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, einer koronaren Herzerkrankung, Herzrhythmusstörungen oder Schlaganfall-Patient*innen
  • Chronische Leber- und Nierenerkrankungen 
  • Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen
  • Adipositas: stark übergewichtige Menschen
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems: z. B. chronisch neurologische Erkrankungen, Demenz, geistige Behinderung, psychiatrische Erkrankungen
  • Trisomie 21
  • angeborene oder erworbene Immunschwäche
  • Krebserkrankungen: Krebskranke haben ein geschwächtes Immunsystem, da die Betroffenen zu wenig Antikörper im Blut haben oder Medikamente nehmen, die das Immunsystem unterdrücken. 

MEDICLIN-Studie zeigt: Reha hilft bei Long COVID

Mit welchen Symptomen kommen Post COVID-Patient*innen zur Reha? Wie kann ihnen das fachübergreifende und strukturierte Reha-Angebot der MEDICLIN helfen? Das hat die MEDICLIN Studiengruppe anhand von Daten von über 1000 Patient*innen aus 8 Kliniken mit 16 Fachabteilungen untersucht. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich die Symptome der Patient*innen durch die Rehabilitation deutlich verbessern lassen:

  • Ihre körperliche und auch die psychische Leistungsfähigkeit besserte sich in der Rehabilitation um fast 60 %.
  • Schlafstörungen und Luftnot gingen deutlich zurück.
  • Auch die Depression und Angstgefühle konnten positiv beeinflusst werden.

Weitere Informationen zur Studie: MEDICIN-Studie zur Post-COVID-Rehabilitation

Dr. Matthias Schmalenbach, Chefarzt der Fachklinik für Pneumologie in der MEDICLIN Klinik Reichshof

„Wir sehen häufig Patienten, die unglaublich entkräftet sind und weiterhin unter Einschränkungen durch Luftnot leiden. Was sie limitiert, ist, dass sie nicht richtig tief durchatmen können. Das geht dann häufig mit einer allgemeinen Schwäche einher, also auch einer Einschränkung in der Bewegung. Oftmals kommen wirklich starke Schmerzen der Extremitäten und teilweise auch Gefühlsstörungen und Kraftminderungen dazu. Es gibt auch Fälle, in denen Extremitäten mitunter gar nicht mehr eingesetzt werden können, da auch das Nervensystem oder die Muskulatur mitbetroffen sind.“

Radiobeitrag mit Dr. Matthias Schmalenbach: Hier anhören

Das komplette Interview anhören

(© Radio Berg/ Brigitte Mackscheidt)

Interview mit Dr. med. Jürgen Bonnert

Dr. med. Jürgen Bonnert ist Chefarzt der Fachklinik für Neurologie in der MEDICLIN Klinik Reichshof. Im Radiobeitrag spricht er über neurologische Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung.
Hier anhören

Das komplette Interview mit Dr. med. Jürgen Bonnert

(© Radio Berg/ Brigitte Mackscheidt)

Der MEDICLIN-Podcast – Fit werden mit Long COVID

Der MEDICLIN-Podcast – Fit werden mit Long COVID

In unserem Podcast sprechen MEDICLIN-Expert*innen über Long COVID: Welche Corona-Langzeitfolgen gibt es? Was ist Long COVID und wie äußert sich die Krankheit? Wie sieht eine Reha aus? Alle Podcast-Folgen finden Sie hier. 

Jetzt anhören

„Seit meiner Covid-Erkrankung fühle ich mich schwach und erschöpft. Ich schaffe noch gerade so meinen Job, abends reicht die Kraft aber für gar nichts mehr, kein Sport, keine Aktivitäten, nicht mal den Haushalt. Ich habe Angst, dass ich auch meinen Beruf bald nicht mehr schaffe und meinen Job verliere."

- Patient in der MEDICLIN Albert Schweitzer Klinik

Corona-Spätfolgen behandeln: Long COVID-Therapie

An wen wende ich mich bei Verdacht auf Long COVID?

Wenn Sie vermuten, dass Sie an Long COVID leiden, suchen Sie zunächst Ihren Hausarzt oder die Hausärztin auf. Kinder und Jugendliche können sich an die Kinderarztpraxis wenden. Dort kann entweder direkt geholfen oder an eine Facharztpraxis überwiesen werden. Es gibt auch spezialisierte COVID-19-Schwerpunktpraxen und spezielle Sprechstunden für Personen mit Long COVID in Kliniken.

Behandlung von Long COVID

Ziel der Behandlung bei Long COVID ist es, Ihren ursprünglichen Gesundheitszustand wiederherzustellen. Abhängig von der Schwere und den Symptomen Ihrer Long COVID-Erkrankung setzen Mediziner*innen verschiedene, bereits bei anderen Krankheiten bewährte Methoden ein. Aufgrund der vielfältigen Symptomatik von Long COVID gibt es allerdings keine universelle Behandlungsmethode. Die passende Therapie muss individuell für jeden Fall bestimmt werden.

Für wen ist eine Post-COVID-Reha sinnvoll?

Wenn Sie nach einer COVID-19-Erkrankung mit anhaltenden Corona-Spätfolgen (Long COVID) zu kämpfen haben, kann eine Rehabilitation sinnvoll sein. In folgenden Fällen ist eine Reha empfehlenswert:

  • wenn anhaltende Symptome nach einer COVID-19-Infektion Ihren Alltag, Ihre Arbeitsfähigkeit und Ihre Lebensqualität beeinträchtigen
  • komplexe Symptomatik: wenn mehrere Systeme des Körpers betroffen sind, wie das Atmungssystem, das neurologische System oder das kardiovaskuläre System
  • langwierige Genesungsphase: wenn sich die Erholung über mehrere Monate erstreckt und die Lebensqualität beeinträchtigt bleibt
  • unzureichende Besserung nach Standardbehandlungen: wenn übliche medizinische und unterstützende Maßnahmen nicht ausreichend helfen
  • wenn Sie aufgrund der Erkrankung seelisch und psychisch beeinträchtigt sind

Häufig kommen Betroffene erst spät in die Rehabilitation, eine frühzeitigere Behandlung kann sinnvoll sein, da Patient*innen unabhängig von der Krankheitsdauer von der Rehabilitation profitieren.

Das Post-COVID Therapiekonzept der MEDICLIN

Interdisziplinäre Post-Covid-Reha bei MEDICLIN

Interdisziplinäre Post-Covid-Reha bei MEDICLIN

Unsere Expert*innen in den Post-Covid-Schwerpunktkliniken haben ein bislang einzigartiges interdisziplinäres Post-Covid-Reha-Programm für die stationäre Rehabilitation entwickelt. Dieses beinhaltet eine standardisierte Diagnostik und einen übergreifenden fachärztlichen Expertenaustausch. Ein systematisches, standortübergreifendes konsiliarisches Netzwerk ist die Basis dieses Konzepts. „Austausch von Know-How ist hier das Stichwort“, erläutert Prof. Dr. Mario Siebler, Leiter der MEDICLIN Rehabiliationsforschung.

Da häufig viele verschiedene Organe und Körpersysteme betroffen sind, ist die Erfahrung von Expert*innen aus verschiedenen medizinischen Disziplinen gefragt. Je nach Art und Ausprägung der Symptome kommen demnach Mediziner*innen aus Neurologie, Innerer Medizin (Pneumologie, Kardiologie, Diabetologie), aus der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie sowie aus der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde zusammen.

Es finden regelmäßig Online-Expertenkonsile statt, an denen die Ärzt*innen der verschiedenen Fachbereiche teilnehmen. Es gibt auch Tele-Visiten, bei denen auch die Rehabilitand*innen selbst dabei sind.

Da es sich beim sogenannten Post- oder Long-COVID-Syndrom um ein sehr komplexes Krankheitsbild handelt, ist der Behandlungsansatz immer multimodal – also zusammengesetzt aus Bausteinen verschiedener Fachbereiche. Dennoch erfolgen Diagnostik und Behandlung immer nach einem individuell zugeschnittenen Plan.

„Die Angebote in der Reha haben mir geholfen, mich physisch und psychisch zu stärken und ich habe gelernt, mit der Erkrankung Post-COVID im Alltag umgehen zu können.“

- Erhard Raßloff, Patient in der MEDICLIN Klinik Reichshof

Diagnostik des Post-COVID/Long COVID-Syndroms

Bei Ihrer Aufnahme untersuchen wir Sie gründlich und führen spezifische diagnostische Tests durch, die über alle Kliniken standardisiert sind.. Diese Informationen helfen uns, die Therapie individuell auf Sie auszurichten.

Wir erfassen Ihre Symptome und wie stark diese ausgeprägt sind anhand einer Checkliste auf einer Skala von 1 bis 10.

  • Zusätzlich führen wir spezifische diagnostische Tests durch.
  • Wir ermitteln relevante Laborwerte (z. B. Urin, Blutbild).
  • Wir führen eine ausführliche symptomabhängige Funktionsdiagnostik durch: z. B.
    • EKG in Ruhe und unter Belastung
    • Sauerstoffsättigung vor und nach Belastungen
    • Lungenfunktionstest
    • Echokardiographie inklusive Post-COVID-Kardiomyopathie-Diagnostik
  • Wir untersuchen Sie auf Fatigue (Chronische Erschöpfung): Dabei legen wir die kanadischen Kriterien der ME/CFS-Diagnostik zugrunde. ME/CFS ist die Abkürzung für Myalgische Enzephalomyelitis beziehungsweise Chronisches Fatigue-Syndrom. Kann eine Belastungsintoleranz, also ein sogenanntes PEM (Post-Extertionelle Malaise) nachgewiesen werden, setzen wir Pacing ein. Bei einem PEM verschlechtern sich die Symptome nach geringfügiger körperlicher und/oder geistiger Anstrengung.

Therapie: So behandeln wir Post-COVID/Long COVID

Eine Reha bei Long COVID zielt darauf ab, Ihre Symptome zu lindern und die Rückkehr zu normalen Aktivitäten zu fördern.

Unsere multimodale Therapie richtet sich nach den Therapiezielen, die wir gemeinsam mit Ihnen anhand der vorliegenden Erkrankungssymptome abstimmen und in unserem medizinischen Post-COVID-Expertenboard ggfs. noch optimieren und ergänzen.

Behandlung bei Fatigue

Bei der Behandlung einer Fatigue muss genau differenziert werden: Fühlt sich der Patient erschöpft, weil er durch die Behandlung an Kondition eingebüßt hat oder leidet er an einem chronischen Erschöpfungssyndrom, dem sogenannten ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / das Chronische Fatigue Syndrom). Patient*innen mit einem ME/CFS müssen anders behandelt werden, da die Erkrankung eine Belastungsintoleranz mit sich bringt.

Die Therapeutinnen und Therapeuten der MEDICLIN haben viel Erfahrung in der Behandlung der Fatigue. Diese Erfahrung kommt aus der ständigen Weiterentwicklung der Therapien, dem Austausch untereinander und der Arbeit mit vielen Post-COVID-Betroffenen. Zusammen mit den Betroffenen finden sie die passende Behandlungsmethode.

Fatigue mit Belastungsintoleranz
Wenn die Fatigue (chronisches Erschöpfungssyndrom) mit einer sogenannten Belastungsintoleranz einhergeht, setzen wir Pacing als Therapiemethode ein. Die Belastungsintoleranz wird auch als Post-Excertional Malaise (PEM) bezeichnet. Bei einer PEM verschlechtern sich die Beschwerden schon nach leichter körperlicher oder geistiger Anstrengung. Die Verschlechterung tritt oft um mehrere Stunden bis Tage zeitverzögert nach Ende der Belastung auf und kann über einen längeren Zeitraum anhalten.

Ziel des Pacings ist es, stets unterhalb der individuellen körperlichen und psychischen Belastungsgrenze zu bleiben. Dabei ist es ist wichtig, Ihre Aktivitäten an Ihre körperlichen Energiegrenzen anzupassen. Dies kann Ihren Zustand stabilisieren und Ihre Symptome lindern. Indem Sie bewusst Pausen und Schonzeiten einplanen, können Sie Überlastungen vermeiden. Abwechselnde Phasen von Ruhe und mäßiger Aktivität – sowohl körperlich als auch geistig – helfen, Ihr autonomes Nervensystem zu regulieren und das Risiko der Überforderung zu verringern. Wir sensibilisieren Sie, auf die Signale Ihres Körpers zu hören und entsprechend zu handeln, um Ihr Wohlbefinden zu fördern.

Fatigue ohne Belastungsintoleranz
Viele Patient*innen fühlen sich erschöpft, weil sie durch die Erkrankung Kondition eingebüßt haben, sie zeigen aber keine Intoleranz. Dies ist oft bei Patient*innen mit zusätzlichen chronischen Erkrankungen der Fall. Die Anforderungen in der Bewegungstherapie steigen langsam, um Muskeln aufzubauen.

Konkrete Therapieziele bei Fatigue:

  • körperliche Regeneration unter Vermeidung einer Überlastung
  • Vertrauen in die körperliche Belastbarkeit durch gezieltes Training
  • Schrittweise Verbesserung der Energie und des Durchhaltevermögens
  • Verbesserung psychomotorischer Funktionen und kognitiver Einschränkungen
  • Verbesserung des Schlafverhaltens
  • Reduktion von Schmerzen
  • Stressreduktion
  • Strategien zur Krankheitsbewältigung und Krankheitsakzeptanz

Wir passen die Therapie stets individuell auf Sie an und berücksichtigen Ihre individuellen Belastungsgrenzen. Die Behandlung bei Fatigue beinhaltet u. a. kognitives Arbeitsplatztraining, psychologische Einzelgespräche und Entspannungstherapie.

Weitere Therapiebausteine der Post-COVID-Reha

  • Konzentrations- und Gedächtnistraining/Ergotherapie
  • leistungsadaptierte Bewegungs- und Sporttherapie
    • Physiotherapie
    • Medizinische Trainingstherapie
    • Ergometer-Training
    • Nordic Walking
    • Yoga, Thai Chi, Qi Gong
    • leichte Wanderungen
    • Wassergymnastik
    • Achtsamkeitsspaziergänge
  • Atemtherapie/Atemgymnastik: Intensive Atemgymnastik mit speziellen Atemübungen je nach Belastbarkeit im Stehen/Gehen oder Sitzen
  • Krafttraining
  • Koordinationstraining
    • Verbesserung der Körperwahrnehmung/des Körpergefühls
    • Training des Gleichgewichts im Stand, im Gang und in der Bewegung
    • Erweitern der Gehfähigkeit
    • Training funktioneller Bewegungen
    • Training kognitiver Funktionen durch z. B. Aufgaben zum Kurzzeitgedächtnis und zur Konzentration, Dual-Task-Aufgaben, motorische Lernvorgänge
  • bewegungsbezogene Entspannung (Yoga, Tai Chi, Qi Gong)
  • gestalterische Therapie
  • Ernährungstherapie
  • Geruchstraining

Psychologische Unterstützung

Indikationsspezifische Ziele unserer Interdisziplinären Post-COVID-Rehabilitation sind:

  • die Krankheitsfolgen bewältigen und Lebensqualität fördern
  • Strategien zur Krankheitsbewältigung erlernen und seelisch stabiler zu werden
  • körperliche Krankheitssymptome reduzieren und Vertrauen in die körperliche Belastbarkeit durch gezieltes Training entwickeln
  • Wissen im Umgang mit Stress und Belastungssituationen erweitern
  • Verminderung von negativen Affekten wie Depression, Angst, Panik
  • Verbesserung der Selbstwahrnehmung und des Selbstwertgefühls
  • Persönlichkeitsmuster erkennen und eine gesunde Balance finden
  • Verbesserung der Beziehungsfähigkeit und Erwerb von Problemlösefähigkeiten
  • Klärung sozialmedizinischer Fragestellungen bei beruflichen Problemlagen im Rahmen einer medizinisch Beruflichen Rehabilitation (MBOR)

„Ich wurde immer ernst genommen mit meinen Symptomen und es wurde stets versucht, die bestmögliche Behandlung zu finden.“

- Sarah Hölkeskamp, Patientin in der MEDICLIN Fachklinik Rhein/Ruhr

Expertenboard: Unsere interdisziplinären Expert*innen

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Dr. med. Jürgen Bonnert

Chefarzt der Fachklinik für Neurologie, MEDICLIN Klinik Reichshof

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Dr. med. Bernd Mössinger

Chefarzt der Fachklinik für Atemwegserkrankungen, Allergien und Schlafmedizin, MEDICLIN Albert Schweitzer Klinik

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Dr. med. Matthias Schmalenbach

Chefarzt der Fachklinik für Pneumologie, MEDICLIN Klinik Reichshof

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Dr. med. Sigrid R.-M. Krause

Chefärztin, Direktorin der Psychosomatik und Verhaltensmedizin in den MEDICLIN Deister Weser Kliniken

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Prof. Dr. med. Mario Siebler

Leiter der MEDICLIN Rehabilitationsforschung

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Prof. Dr. med. Jürgen Wagner

Chefarzt Innere Medizin, MEDICLIN Staufenburg Klinik

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Dr. med. Guido Waldmann

Chefarzt der Fachklinik für Neurologie, MEDICLIN Reha-Zentrum Bad Düben

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Dr. med. Franz van Erckelens

Chefarzt der Fachklinik für Innere Medizin und Kardiologie, MEDICLIN Reha-Zentrum Gernsbach

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Andrea Schmid

Chefärztin der Fachklinik für Neurologie und der Fachklinik für Geriatrie, MEDICLIN Bosenberg Kliniken

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Dr. med. Anna Bittner

Fachärztin für Innere Medizin, MediClin RehaResearch gGmbh

MEDICLIN Mediziner*innen sprechen über Corona-Langzeitfolgen und ihre Behandlung

Nach Corona nicht genesen

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Menschen, die an Covid-19 erkrankt waren, können unter Langzeitfolgen leiden. Wie Patient*innen in der Rehabilitation geholfen werden kann.

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Psychosomatische Reha nach Corona

Psychosomatische Reha nach Corona

Dr. Sigrid Krause, Chefärztin und Direktorin der Psychosomatik berichtet über die psychosomatische Rehabilitation nach Corona.

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Long COVID-Reha beantragen

Sie leiden an Langzeitfolgen einer COVID-Erkrankung (Long-COVID) oder unter seelischen Auswirkungen der Corona-Pandemie und möchten eine Reha beantragen? In einer Schritt-für-Schritt-Anleitung erklären wir Ihnen, wie das geht. Außerdem beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Reha-Antrag.

Wunsch- und Wahlrecht: Reha-Klinik selbst aussuchen

Sie haben ein Recht darauf, Ihre Reha-Klinik selbst zu wählen. Wie das geht, erfahren Sie hier.

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Mini-Reportage: COVID-19 und Post-COVID-Rehabilitation

Was ist COVID-19? Wie verläuft die Krankheit? Welche Langzeitfolgen können auftreten? Wie läuft die Rehabilitation ab? Wir erklären es kurz und knapp in unserer Mini-Reportage.

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Post-COVID-Reha bei MEDICLIN: Unsere Post-COVID-Schwerpunktkliniken

Nach einer Covid-19-Erkrankung wieder ganz gesund werden und die Corona-Langzeitfolgen in den Griff bekommen – diesen Wunsch haben Menschen, die unter anhaltenden Beschwerden leiden. Wir möchten Ihnen dabei helfen – mit unserer spezifischen und fachübergreifenden Post-COVID-Reha.

Je nach Schwerpunkt und Art der Symptome legen wir gemeinsam Rehabilitationsziele fest und erarbeiten einen Therapieplan, um Ihre Long COVID-Symptome zu behandeln. Häufig geht es darum, die Atmung zu verbessern und die Lungenfunktion zu stärken. Außerdem sollen Sie wieder körperlich leistungsfähiger, fitter und seelisch stabiler werden.

Post-COVID-Schwerpunktkliniken

Unsere spezifische fach- und standortübergreifende Post-COVID-Reha für Patient*innen mit Long COVID bzw. Post COVID bieten wir in diesen Kliniken. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf!

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