Herzmuskelentzündung – Ursachen, Symptome & Behandlung

Das Herz arbeitet rund um die Uhr, jeden Tag, unser ganzes Leben lang. Es hält alles am Laufen und uns am Leben. Daher ist es besonders wichtig, Herzerkrankungen, wie Herzmuskelentzündungen, ernst zu nehmen. Die gute Nachricht vorweg: Herzmuskelentzündungen heilen meist vollständig aus. In manchen Fällen führen sie jedoch zu ernsthaften Folgeerkrankungen, wie Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen. 

Alles, was Sie rund um dieses Thema wissen müssen, welche Symptome, Risiken und Ursachen es gibt, wie die Erkrankung festgestellt und behandelt wird und wie Sie vorbeugen können, erfahren Sie in diesem Artikel. 

Herzmuskelentzündung – Definiton

Herzmuskelentzündung – Definiton

Bei einer Herzmuskelentzündung, auch Myokarditis genannt, spricht man von einer Entzündung des Herzmuskels. Der Herzmuskel (Myokard) hält durch seine Kontraktionen unseren Blutkreislauf in Bewegung, wodurch der Rest unseres Körpers versorgt wird. Bei einer Entzündung des Herzens sind häufig auch die daneben liegenden Organe, wie zum Beispiel die Lunge  betroffen.  

Die Ursache hierfür liegt oftmals in einer viralen Infektion, die „verschleppt“ wurde. Es können aber auch andere Ursachen zu einer Myokarditis führen, sodass der Auslöser der Erkrankung nicht immer leicht festzustellen ist und daher oft Spezialuntersuchungen notwendig sind.   

 

Welche Symptome gibt es bei einer Herzmuskelentzündung?

Viele Betroffene bemerken die ersten Anzeichen  nach einer viralen Infektion, die oft Grippe ähnlich verläuft. Da die Symptome nicht immer gleich ausfallen und in einigen Fällen sogar erst Wochen später auftreten, gestaltet es sich häufig schwierig, eine Myokarditis rechtzeitig zu erkennen.

Zu den klassischen Symptomen gehören:

  • Abgeschlagenheit / Erschöpfung 
  • Atemnot bei Belastung
  • Brustenge / Brustschmerzen
  • Herzklopfen / starkes Pochen
  • Herzrhythmusstörung / „Herzstolpern“
  • Appetitlosigkeit
  • Ohnmacht / Schwindel
  • Ödeme (Wassereinlagerungen in den Beinen)
  • Schmerzendes Gefühl hinter dem Brustbein

Für Betroffene können diese mannigfaltigen Symptome sehr verwirrend und besorgniserregend sein. Natürlich können hinter den genannten Symptomen auch andere Ursachen stecken und nicht zwingend eine Myokarditis. In vielen Fällen ist es auch so, dass Erkrankte nicht bemerken, dass sie unter einer Entzündung am Herzmuskel leiden, da eine milde Herzmuskelentzündung meist folgenlos ausheilt. Sie kann aber auch zu einer  Herzinsuffizienz und im schlimmsten Fall zu einem schweren Herzversagen, bis hin zum akuten kardiogenen Schock und plötzlichen Herztod führen.  

Daher ist es wichtig, die Symptome ernst zu nehmen, frühzeitig zu handeln und einen Arzt oder eine Ärztin rechtzeitig zu konsultieren, auch um langfristige Folgen zu vermeiden. Mit einer fachgerechten und frühzeitigen Therapie kann in vielen Fällen, der Manifestation einer  schweren chronischen Herzinsuffizienz, also der Unfähigkeit des Herzens, den Körper mit ausreichend Blut zu versorgen, entgegengewirkt werden. 

Warnender Hinweis:  

Eine Herzmuskelentzündung ist ernst zu nehmen. Wenden Sie sich bitte an Ihre*n behandelnde*n Ärzt*in, wenn Unklarheiten bestehen, Sie anhaltende Erkrankungserscheinungen haben oder Tage oder Wochen nach einem grippalen Infekt weiterhin Symptome bestehen.  

Herzmuskelentzündung: Ursachen & Risikofaktoren

Herzmuskelentzündung: Ursachen & Risikofaktoren

In den meisten Fällen ist ein vorausgegangener Infekt der Auslöser. Beispielsweise bei einer Grippe oder einer Erkältung können, wenn diese nicht genügend auskuriert werden, die verbleibenden Viren eine Myokarditis auslösen. Diese Viren gelangen dann in das Herz und verbleiben dort und lösen eine Entzündungsreaktion aus. Aber es gibt auch Ursachen als Auslöser, die keinen infektiösen Ursprung haben.  

Infektiöse Ursachen: 

Gelangen Krankheitserreger in das Herz, kann dies zu einer Entzündung am Herzmuskel führen. Dazu zählen Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten. Die Hälfte der Erkrankungen ist jedoch auf Viren zurückzuführen, wie die einer Grippe oder Durchfallerkrankung.

Nicht-infektiöse Ursachen:

Hierbei spricht man von einer Ursache, die sich in einer Störung des Immunsystems finden lässt. Gerät das Abwehrsystem in ein Ungleichgewicht, kann es zu einer Autoimmunerkrankung führen, beispielsweise einer Gefäßentzündung. In der Folge kann eine Autoimmun-Myokarditis hervorgerufen werden.  

Auch Giftstoffe wie chronischer Alkoholkonsum und Tabak aber auch Medikamente wie chemotherapeutische Mittel bei einer Krebsbehandlung gelten als Auslöser.

Menschen mit einem vorgeschädigten Herzen zählen in diesem Fall zur Risikogruppe – d.h. die Wahrscheinlichkeit an einer Herzmuskelentzündung zu erkranken, ist für jene höher als für Menschen mit einem gesunden Herzen. 

Aber auch junge und gesunde Menschen können von einer Myokarditis betroffen sein. Sportler und Sportlerinnen, die sich nicht ausreichend nach einer Ansteckung schonen, zählen besonders häufig zu den Erkrankten. 

Myokarditis nach Corona-Infektion oder -Impfung

Immer wieder wird darüber berichtet, dass Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 oder auch nach einer Impfung mit dem sogenannten mRNA-Impfstoff an einer Myokarditis erkrankt sind. Ähnlich wie bei anderen viralen Ansteckungen, kann nämlich auch Covid-19 der Auslöser dafür sein. Untersuchungen zeigten allerdings auch, dass nach Impfungen Entzündungen am Herzmuskel auftraten. Dennoch scheint die Wahrscheinlichkeit eine Myokarditis nach Covid-19 zu erleiden, um das Vielfache höher zu sein, als nach einer Impfung. Zu diesem Thema bestehen in den Wissenschaften jedoch noch einige Unklarheiten, die noch weitere Untersuchungen erfordern. 

Wie wird eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert?

Der Weg in die Hausarztpraxis ist der erste und richtige Schritt. Dort kann der*die Patient*in die Beschwerden schildern, woraufhin sich der Arzt oder die Ärztin einen Überblick verschafft und sich nach Vorerkrankungen und eingenommenen Medikamenten erkundigt. Das Abhören mit einem Stethoskop, die Aufnahme eines Elektrokardiogramms (EKG) oder auch eine Blutabnahme sind wichtige Maßnahmen um zu einer Diagnose zu gelangen.  

Um differenzierte Erkenntnisse zu erhalten, nutzen Ärzt*innen allerdings auch das Ultraschall-Verfahren. Bei dieser Untersuchung kann festgestellt werden, ob das Herz eventuell nur eingeschränkt funktioniert, beziehungsweise ob die Kontraktionen des Muskels und der damit verbundenen Pumpleistung richtig funktionieren. Flüssigkeitsansammlungen zwischen Herz und Herzbeutel können ebenfalls ein Indiz auf eine Myokarditis darstellen.

Wie wird eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert?

Ein wichtiger Baustein in der Diagnostik ist die kardiale Magnetresonanzuntersuchung. Hier kann eine akute Myokarditis diagnostiziert und von einer chronischen Herzmuskelentzündung sehr gut abgegrenzt werden. 

Bestehen weitere diagnostische Unklarheiten, wird in einigen Fällen eine sogenannte Myokardbiopsie durchgeführt: Hier wird ein Katheter, meist über einen venösen Zugang bis zum Herzen gelegt, um eine Gewebeprobe am Herzen zu entnehmen, die anschließend im Labor pathologisch untersucht wird und Gewissheit liefert. Dieses Verfahren wird jedoch nur bei schweren Krankheitsverläufen angewandt.     

Behandlung einer Myokarditis: Diese Therapien kommen in Frage

Für die Behandlung kommen verschiedene Möglichkeiten in Frage, die sich alle daran orientieren, wie stark die Beschwerden bei einer Erkrankung ausfallen. Wie allzu oft genügt es manchmal aber auch, sich einfach nur zu schonen: Ruhe und Erholung sind nicht nur Balsam für die Seele, sondern in diesen Fällen auch für das Herz. 

Sind Viren der Auslöser für die Erkrankung, sollten sich Patient*innen unbedingt körperlich schonen. Nach einer erfolgreichen Diagnostik können darüber hinaus auch gewisse Medikamente, die das Herz unterstützen, eine normale Kontraktion des Herzmuskels wiederherstellen. 

Das sind zum Beispiel Medikamente zur Behandlung einer Herzinsuffizienz, aber oft auch entzündungshemmende Mittel, insbesondere bei der Mitbeteiligung des Herzbeutels (Perimyokarditis). Sie sind neben körperlicher Schonung, effiziente Mittel zur Bekämpfung einer Myokarditis und können auch einer Herzschwäche vorbeugen, welche wiederum die Folge der Erkrankung sein kann. Ist die Herzmuskelentzündung durch einen bakteriellen Infekt hervorgetreten, kommen aber auch Antibiotika für die Behandlung in Frage. 

Chronische Herzschwäche

Eine Behandlung einer Myokarditis ist äußert wichtig. Wird diese nicht durch eine Therapie behandelt, kann die Erkrankung in eine chronische Herzschwäche (Herzinsuffizienz) übergehen. 
Die Herzmuskelzellen sind geschädigt, eine Art Narbengewebe bildet sich und die Kammern und Vorhöfe erweitern sich. Durch die Vergrößerung kann das Herz auf Dauer nicht mehr die gewünschte Leistung erbringen. Die Folgen einer schwer reduzierten Pumpleistung können fatal sein und bis zum plötzlichen Herztod reichen. 

Wie lässt sich eine Herzmuskelentzündung vermeiden?

Die einfache Antwort lautet: Gönnen Sie sich etwas Ruhe und geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich zu erholen. Wenn Sie kürzlich an einem grippalen Infekt gelitten haben, sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen, Ihren Körper zu schonen. Sport oder andere Aktivitäten, die den Körper in Wallung bringen und anstrengend sind, sollten Sie für mindestens eine Woche pausieren. Dann können Sie nach ärztlicher Rücksprache und eigenem Empfinden die Aktivität allmählich wieder hochfahren. Das körperliche Training können Sie nach und nach wieder ganz gewohnt aufnehmen. 

Auch ist es ratsam, sich gegen Infektionskrankheiten, die eine Herzmuskelentzündung auslösen können, impfen zu lassen. Dazu zählt zum Beispiel die Impfung gegen Diphtherie. Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt Empfehlungen, welche Impfungen sinnvoll sind. 

Wie lässt sich eine Herzmuskelentzündung vermeiden?

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