An der Entstehung eines Dekubitus sind drei Faktoren beteiligt:
- Stärke des Drucks auf die Hautstelle
- Dauer der Druckeinwirkung
- Risikofaktoren, die die Widerstandskraft der Haut gegenüber Druck vermindern
Die Druckstärke hängt vom Auflageort und dem Körpergewicht ab
Die Stärke des Drucks auf eine Hautstelle hängt davon ab, wo er einwirkt. An Stellen, wo der Körper auf weichem Gewebe liegt, wie den Oberschenkeln, verteilt sich der Druck gleichmäßig, was die Belastung verringert. An Körperstellen mit vorstehenden Knochen wirkt der Druck punktuell und ist höher, da kaum Weichgewebe vorhanden ist, das den Druck abpuffern könnte.
Ein Dekubitus entsteht meist an den Auflagepunkten von Knochen, z. B. Steiß, Fersen, Hüften, Schulterblätter, Knöchel, Ellenbogen, Ohr und Hinterkopf. Stark abgemagerte und wenig bewegliche, übergewichtige Menschen haben ein erhöhtes Risiko.
Dauer der Druckeinwirkung
Ein kurz andauernder Druck durch das Körpergewicht schadet der Haut nicht. Schäden entstehen meist nach zwei bis vier Stunden, da der Druck die Durchblutung stört. Durch Sauerstoff- und Nährstoffmangel wird das Gewebe geschädigt, was zu einem Dekubitus führen kann.
Bei Menschen mit Durchblutungsstörungen tritt dies oft schon nach weniger als zwei Stunden auf. Je länger der Sauerstoffmangel anhält, desto schwerer und tiefer werden die Gewebeschäden – bis hin zur Nekrose, die Haut, Bindegewebe, Muskeln und sogar Knochen betreffen kann.