28.01.2020 Demenz: Nerven & Gehirn

Umgang mit Demenzkranken

Wenn der Partner, die Mutter oder der Vater erkrankt, kann niemand von heute auf morgen ein Pflege-Profi werden. Ein wichtiger, aber schwieriger Schritt ist es, Veränderungen und ungewöhnliche Verhaltensweisen zu akzeptieren.

Demenzkranke zeigen Verhaltensweisen, wie:

  • Verwirrtheit
  • herausforderndes Verhalten
  • Verweigerung
  • Aggression

Demenzkranke können nicht in den Tagesablauf eines Menschen mit normalen geistigen Fähigkeiten integriert werden.

Verhalten Demenzkranker akzeptieren

Demenzkranke können Situationen nicht mehr einschätzen, sie planen nicht und sind sich vielem nicht bewusst. So können sie sich auch nicht auf Situationen vorbereiten. Wenn Sie sich das klar machen, ist es einfacher zu akzeptieren, dass der Demenzkranke sich z.B. weigert mit Ihnen aus dem Haus zu gehen, sich nicht waschen lässt oder das Essen verweigert.  Ein Demenzkranker weiß nicht, wie häufig er gewaschen werden sollte. Appetit und Geschmack verändern sich. Es kann auch vorkommen, dass Betroffene nicht mehr wissen, was sie mit dem Teller vor sich anfangen sollen.

Wie man mit Demenzkranken umgeht – Demenzkranke verstehen

    • keinen Zwang ausüben: es gilt herauszufinden, woran es liegt, dass sich der Demenzkranke in den unterschiedlichen Situationen verweigert oder unangemessen verhält.
    • wenn der Demenzkranke aggressiv wird, sollte man die Tätigkeit unterbrechen
    • beim Essen empfiehlt sich Fingerfood, das sich der Betroffene jederzeit nehmen kann. Wenn er sich komplett verweigert, kann es helfen, anderes Essen anzubieten.
    • Sprechen auf Gefühlsebene: Demenzkranke verstehen das intuitiv besser.
    • Beschäftigung: dabei ist es egal, was der Demenzkranke macht. Der Demenzkranke entscheidet selbst, womit er sich beschäftigt, auch wenn es keinen Sinn ergibt.

    Eine neue Beziehung aufbauen

    Es hilft, sich bereits zu Beginn der Krankheit aktiv mit der Situation auseinanderzusetzen, dass sich der Demenzkranke eines Tages nicht mehr an Angehörige erinnern kann. Man muss sich von einem geliebten Menschen verabschieden, obwohl dieser noch lebt. Gespräche mit Familie und Freunden können entlasten. Kommunikationstechniken, wie Validation oder Kontaktreflexion, können helfen, die neue Rolle als Betreuungsperson zu klären.

    Professionelle Hilfe annehmen

    Angehörige sollten sich nicht davor scheuen professionelle Hilfe anzunehmen. In vielen Fällen ist diese nötig:

    • wenn sich der Tag-Nacht-Rhythmus in einem fortgeschrittenen Stadium umkehrt und Betroffene tagsüber schlafen und nachts wach sind.
    • wenn der Demenzkranke inkontinent ist und sich weigert, sich waschen zu lassen

    Eine Betreuung im Heim hat Vorteile:

    • durchgehende professionelle Betreuung des Betroffenen
    • Angehörige werden körperlich und psychisch entlastet, haben wieder Zeit für das eigene soziale Leben und können sich bei Besuchen wieder besser auf den Demenzkranken einlassen.

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