27.05.2019 Demenz: Nerven & Gehirn

Demenz: Kommunikationstechniken

Mit Demenzkranken Kontakt aufzunehmen erfordert oft spezielle Kommunikationstechniken. In Schulungen lernen Pfleger und Angehörige beispielsweise Kontaktreflexion nach Garry Prouty und Validation. Pfleger setzen diese Kommunikationstechniken im Umgang mit Demenzkranken oft im Alltag ein.

Kommunikationstechnik bei Demenz: Kontaktreflexionen nach Garry Prouty

Zur Kontaktaufnahme mit Demenzkranken eignen sich u. a. die sogenannten Kontaktreflexionen nach Garry Prouty. Pfleger nutzen diese Methode bei Menschen, mit denen sonst keine oder kaum Kontaktaufnahme möglich ist. Nicht nur bei Demenz wenden sie diese Kommunikationstechnik an, sondern auch bei Menschen mit schwerer geistiger Behinderung, Autismus oder bei chronischen Psychiatriepatienten.

Bei der Reflexion wird alles angesprochen, was wahrgenommen wird, um mit dem Betroffenen eine gemeinsame Ebene zu finden, die eine Kontaktaufnahme ermöglicht. Die Reflexion soll die momentane Situation, in der sich Pfleger und der Betroffene gemeinsam befinden, für den Betroffenen erfahrbar machen. Der Pfleger spricht die gemeinsame Situation sowie die Mimik, Körperhaltung und verbale Äußerungen des Betroffenen direkt an, beispielsweise: „Wir gehen zusammen zum Badezimmer. Ich halte deinen Arm. Ich öffne die Tür. Ich drehe das Wasser auf. Ich wasche dein Gesicht. Das Wasser ist warm. Du lächelst. Ich freue mich“.

    Kommunikationstechnik bei Demenz: Validation

    Die Kommunikationstechnik Validation ermöglicht ebenfalls Kontaktaufnahme zu Demenzkranken. Validation bedeutet, zu verstehen, dass Demenzkranke in einer eigenen Welt leben und diese Welt mit Gefühlen und Empfindungen als gegeben anzuerkennen. Pfleger wenden diese Technik an, damit sich der Demenzkranke verstanden und akzeptiert fühlt.

    Bei Demenz hat diese Kommunikationstechnik Vorteile für beide Seiten:

    • Validation stärkt das Vertrauen des Demenzkranken in die Pflegeperson
    • Der Demenzkranke entspannt sich, wenn er sich sicher und geborgen fühlt.
    • Der Pflegende fühlt sich in die Realität des Demenzkranken ein und kann so seine Verhaltensweisen besser verstehen und nachvollziehen.

    Wer die Kommunikationstechnik Validation bei der Kontaktaufnahme mit Demenzkranken nutzt, sollte folgende Punkte beachten:

    • Begeben Sie sich auf die Erlebnis- und Zeitebene des Betroffenen.
    • Korrigieren Sie seine Sichtweisen und Gefühle nicht anhand Ihrer Realität, sondern sehen Sie die Realität des Betroffenen als wahr an.
    • Versuchen Sie, die Gefühle des Betroffenen nachzuempfinden und formulieren Sie diese.
    • Verwenden Sie eine für den Betroffenen vertraute Sprache.

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