28.01.2020

Marcumar-Therapie

Das Medikament Marcumar hemmt die Blutgerinnung. Eine Marcumar-Therapie verordnet der Arzt zur Vorbeugung oder Behandlung von Gefäßverschlüssen.

Marcumar enthält den Wirkstoff Phenoprocoumon, der „blutverdünnend“ wirkt. Das Medikament Marcumar ist ein sogenannter Antagonist (Gegenspieler) von Vitamin K, welches wichtig für die Blutgerinnung ist und vom Körper benötigt wird, um Blutungen zu stoppen. Bei einer Marcumartherapie wird die Wirkung von Vitamin K verringert, das Blut sozusagen verdünnt.

Marcumar: Anwendungsgebiete

Eine Marcumartherapie kann eingesetzt werden, wenn die Gefahr eines Gefäßverschlusses besteht.

Häufige Anwendungsgebiete:

  • Vorbeugung und Behandlung von Thrombose (Blutgerinnselbildung)
  • Vorbeugung und Behandlung von Embolien (Gefäßverschluss durch Blutgerinnsel)
  • Nach Operationen der Blutgefäße
  • Nach Herzklappenoperationen  
  • Vorbeugung von Blutgerinnselbildung im Herzen (Langzeitbehandlung bei Herzinfarkt-Patienten mit erhöhtem Risiko für Blutgerinnselbildung)
  • Vorbeugung von Schlaganfällen bei bestimmten Herzrhythmusstörungen (z.B. Vorhofflimmern)
  • Verhinderung von Rückfällen bei behandelten Thrombosen und Lungenembolien 

Was Marcumar-Patienten beachten sollten:

Sie sollten

  • den Marcumarausweis immer mit sich führen,
  • den INR-Wert regelmäßig kontrollieren lassen,
  • wenn Symptome für Blutungen auftreten, sofort ins Krankenhaus,
  • Wechselwirkung mit anderen Medikamenten beachten,
  • behandelnde Ärzte informieren, dass Sie Marcumar-Patient sind.

Marcumar-Therapie: Auf die richtige Dosis kommt es an

Die Blutgerinnung ist für den Menschen überlebenswichtig. Bei einer Marcumar-Therapie muss daher der Mittelweg zwischen dem Schutz vor Blutgerinnseln und dem Blutungsrisiko durch Gerinnungshemmung gefunden werden. Die Dosierung von Marcumar sollte immer der behandelnde Arzt vorgeben. Fragen Sie nach, wenn Sie sich unsicher sind. Da die Dosis während einer Marcumar-Therapie schwanken kann, sind auch regelmäßige Blutkontrollen notwendig.

Jeder Patient bekommt bei einer Marcumar-Therapie eine individuelle Dosis. Wichtig zur Bestimmung der Dosis ist der sogenannte INR-Wert (dieser wird anhand der Thromboplastinzeit labormedizinisch bestimmt): Der INR-Wert gibt dem Arzt Aufschluss über die individuelle Blutgerinnung des Patienten.

Patienten, die dauerhaft Marcumar einnehmen müssen, können ihre Gerinnungswerte selbst kontrollieren, beispielsweise mit dem Gerinnungsmonitor CoaguChek®XS. Damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt, muss der Patient an einer entsprechenden Schulung teilnehmen.

Marcumar-Therapie: Ernährung

Da Marcumar die Wirkung von Vitamin K hemmen soll, kann die Marcumartherapie durch die Aufnahme von zu viel Vitamin K gestört werden. Vitamin K kommt vor allem in Obst und Gemüse vor, daher muss die Marcumar-Dosis erhöht werden, wenn Sie viel Obst und Gemüse essen.

Marcumar-Therapie: Wechselwirkungen

Medikamente können die Wirkungen von Marcumar abschwächen oder verstärken. Bitte sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt. Sollte sich Ihre Medikation ändern, ist es ggf. nötig, die Marcumardosis anzupassen.

Blutungsrisiko: Wenn es bei der Marcumar-Therapie zu Blutungen kommt

Die Hauptgefahr einer Marcumar-Therapie sind unkontrollierte Blutungen, die beispielsweise aus kleineren Blutungen bei Magen- und Darmgeschwüren, Nieren- und Harnstein sowie anderen inneren Erkrankungen entstehen. Blutungen sind bei einer Marcumar-Therapie sehr gefährlich.

 Folgende Symptome können auftreten:

  • roter Urin
  • schwarzer Stuhl
  • dunkles oder kaffeeartiges Erbrechen
  • übergroße Blutergüsse
  • plötzliche Gelenkschwellungen
  • plötzliche Kopfschmerzen
  • unstillbares Nasenbluten

Fahren Sie so schnell wie möglich ins Krankenhaus, wenn solche Symptome auftreten.