17.05.2019

Vulnerabilitäts-Stress-Modell

Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell gibt Aufschluss über die Verletzlichkeit eines Menschen und die damit zusammenhängende Anfälligkeit an einer psychischen Krankheit zu erkranken.

Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell wird in der klinischen Psychologie eingesetzt, um die Verletzlichkeit eines Menschen zu beschreiben. Die Vulnerabilität (lat. Vulnus = Wunde) beschreibt die Anfälligkeit eines Menschen, an einer psychischen Krankheit zu erkranken.

Im Vulnerabilitäts-Stress-Modell wird die individuelle Verletzlichkeit mit einem Fass beschrieben, das unterschiedlich schnell zum Überlaufen gebracht werden kann. Das Wasser, mit welchem das Fass befüllt wird, soll dabei beruflichen und privaten Stress sowie soziale Belastungen darstellen. Jeder Mensch hat ein unterschiedlich großes Fassungsvermögen und ist daher unterschiedlich belastbar. Hat das Fass einen höheren Boden, zeigt dies die hohe Vulnerabilität eines Menschen an.

Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell in der Praxis

Menschen, die an einer Depression oder Psychose erkranken haben ein geringeres Fassungsvermögen, ihre Vulnerabilität ist erhöht. Auch wenn viele verschiedene Faktoren eine psychische Krankheit auslösen oder begünstigen können, kann das Vulnerabilitäts-Stress-Modell helfen, die individuellen Grenzen zu beschreiben. Bei entsprechender Neigung kann das Zusammentreffen verschiedener Stressoren zum Auftreten einer Psychose oder Depression führen.

Menschen mit geringer Vulnerabilität werden erst bei hoher Stressintensität krank, Menschen mit hoher Vulnerabilität bereits bei niedriger. Bei psychisch erkrankten Menschen soll die Vulnerabilität durch verschiedene therapeutische Maßnahmen verringert werden. Es gilt, eine Art Überlaufschutz für das Fass zu errichten, dies wird mithilfe von Medikamenten, Psychotherapie und psychosozialen Maßnahmen erreicht.

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