18.02.2020

Schaufensterkrankheit - wenn das Gehen zur Qual wird

Bei der Schaufensterkrankheit, oder Peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK), handelt es sich um eine Durchblutungsstörung der Beinschlagader. Krampfartige Schmerzen beim Gehen, die im Ruhezustand nachlassen, sind ein typisches Symptom. Arteriosklerose ist hierfür die Ursache. Betroffene müssen regelrecht an jedem Schaufenster stehenbleiben, weshalb PAVK auch Schaufensterkrankheit genannt wird.

Ursache für eine Periphere Arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)

Die Ursache für eine PAVK bzw. Schaufensterkrankheit ist Arteriosklerose (Verkalkung von Blutgefäßen):

  • Die Muskeln benötigen beim Laufen mehr Sauerstoff und Nährstoffe.
  • Bei zu engen Blutgefäßen können diese nicht ausreichend transportiert werden.
  • Es kommt zum Schmerz.
  • Bleibt man stehen, sinkt der Sauerstoffbedarf in den Muskeln und die Schmerzen lassen nach.

Dreiviertel der Betroffenen spüren nicht, dass sie eine Gefäßengstelle haben. Das liegt daran, dass sich ein Umgehungskreislauf bildet, durch den das Blut umgeleitet wird. Umso wichtiger ist die Vorsorge.

Vorsorgemöglichkeiten bei der Schaufensterkrankheit (PAVK)

  • Pulstasten an Armen und Beinen: Wenn an einer Stelle kein Puls mehr spürbar ist, liegt wahrscheinlich ein Verschluss vor.
  • Doppleruntersuchung: Dabei wird mit einem stiftförmigen Ultraschallgerät und Blutdruckmanschetten der Blutdruck in Armen und Beinen gemessen. Der Puls sollte an Arm und Bein in etwa gleich sein. Unterscheiden sich die Werte zu sehr voneinander, weist das ebenfalls auf eine Durchblutungsstörung hin.
  • Knöchel-Arm-Index: die schnellste und praktikabelste Art der Früherkennung arteriosklerotischer Erkrankungen. Um zu erkennen, wo Verschlüsse genau sitzen, ist eine Duplex-Sonographie nötig. Hier werden Gefäße sowie Blutfluss und Strömungsgeschwindigkeit mithilfe von Ultraschall dargestellt. Auch eine Angiografie, eine Kontrastmitteldarstellung der Gefäße, kann zur Planung der Behandlung nötig sein.

Wie gefährlich ist die Schaufensterkrankheit (PAVK)?

  • Im fortgeschrittenen Stadium schmerzen die Beine auch im Ruhezustand.
  • Es drohen schwere Gewebeschäden (z.B. Raucherbein, auch bei Nichtrauchern).
  • Das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt steigt.
  • Nach Angaben der Deutschen Gefäßliga e.V. sinkt die allgemeine Lebenserwartung von Erkrankten um etwa 10 Prozent.

Krankheitsstadien der Schaufensterkrankheit

  • Stadium I: Keine Pulse tastbar, uneingeschränkte Gehstrecke
  • Stadium IIa: Gehstrecke über 200m, dann Schmerzen
  • Stadium IIb: Gehstrecke unter 200m, dann Schmerzen
  • Stadium III: Ruheschmerzen
  • Stadium IV: Teile des Fußes sind abgestorben

 

 

Risikofaktoren für die Schaufensterkrankheit

Die Gefahr an PAVK zu erkranken, steigt mit dem Lebensalter. Bis zu 20 Prozent der über 65-jährigen sind betroffen. Im ersten Schritt der Behandlung werden die Risikofaktoren eingedämmt wie:

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Diabetes
  • Bluthochdruck

Bei Patienten, die weiterhin rauchen, schlägt die Therapie nicht an.

So wird die Schaufensterkrankheit (PAVK) behandelt

Konservative Therapiemöglichkeiten bei der Schaufensterkrankheit sind die Einnahme von Thrombozytenaggregationshemmern, wie Aspirin zur Blutverdünnung, oder auch ein Gehtraining. Der Patient geht dabei eine immer gleiche Strecke. Bei regelmäßigem Training vergrößert sich kontinuierlich die schmerzfrei zu laufende Gehstrecke. Nordic Walking eignet sich auch für Patienten mit Schaufensterkrankheit, da die Beine nicht voll belastet werden.

Operation bei der Schaufensterkrankheit (PAVK)

Bei der unkomplizierten Operation unter örtlicher Betäubung wird ein Ballon durch einen Katheter an die betroffene Stelle der Schlagader geschoben und dort aufgeblasen. Zusätzlich kann ein Stent, ein Gittergerüst aus Metall, eingesetzt werden.

Manchmal ist eine größere Bypassoperation nötig, um durch eine künstliche oder körpereigene Vene eine Umleitung um den Verschluss zu bilden.

Wo wir die Schaufensterkrankheit (PAVK) behandeln

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