Arthrose verstehen: Experte erklärt Symptome und Therapie

Was passiert bei Arthrose im Gelenk? Woran erkennt man erste Anzeichen – und was hilft wirklich gegen Beschwerden? In diesem Video erklärt Dr. Jörg Harkener, Leitender Oberarzt der Fachklinik für Orthopädie an der MEDICLIN Fachklinik Rhein/Ruhr, verständlich, wie Arthrose entsteht, welche Risikofaktoren eine Rolle spielen und welche Behandlungen möglich sind. Außerdem gibt er praktische Tipps, wie Betroffene ihre Gelenke im Alltag entlasten können.

Video zu Arthrose: Symptome, Ursachen & Behandlung

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung in Deutschland. Was genau ist Arthrose? Welche Symptome treten auf? Und wann ist eine Operation oder ein künstliches Gelenk wirklich notwendig? Dr. Jörg Harkener, Leitender Oberarzt der Fachklinik für Orthopädie an der MEDICLIN Fachklinik Rhein/Ruhr, beantwortet im Interview die wichtigsten Fragen rund um Arthrose.

 

Bei Arthrose verschleißen die Gelenke

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung. Dabei nutzt sich der Knorpel im Gelenk zunehmend ab. „Einfach gesagt ist Arthrose ein Verschleiß eines Gelenks“, erklärt Dr. Jörg Harkener, Leitender Oberarzt der Fachklinik für Orthopädie an der MEDICLIN Fachklinik Rhein/Ruhr.

Normalerweise sorgt eine glatte Knorpelschicht dafür, dass Gelenke reibungslos funktionieren. Wird der Knorpel dünner oder franst aus, kann er im fortgeschrittenen Stadium sogar aufbrechen. „Dann liegt der Knochen darunter frei und es trifft nicht mehr Knorpel auf Knorpel, sondern Knochen auf Knochen“, so Harkener.

Ursachen von Arthrose

Arthrose entsteht häufig durch mehrere Faktoren. Neben dem natürlichen Alterungsprozess können auch Fehlstellungen der Beine – etwa O- oder X-Beine –, frühere Verletzungen oder Operationen sowie Übergewicht und Bewegungsmangel eine Rolle spielen. Auch eine dauerhafte Überlastung der Gelenke kann den Verschleiß begünstigen. Besonders häufig sind Knie- und Hüftgelenke betroffen, da sie täglich einen großen Teil des Körpergewichts tragen. Aber auch andere Gelenke, zum Beispiel im Handgelenk, können vorzeitig verschleißen.

Symptome: Woran man Arthrose erkennt

Arthrose entwickelt sich meist langsam und bleibt lange unbemerkt. Erste Beschwerden sind häufig unspezifisch. Typische Anzeichen können sein:

  • Steifigkeitsgefühl im Gelenk
  • Schmerzen nach längerem Sitzen oder Ruhen (Anlaufschmerz)
  • nachlassende Kraft im betroffenen Gelenk

„Typisch ist der sogenannte Anlaufschmerz“, erklärt Harkener. „Das Gelenk muss erst wieder in Schwung kommen und Gelenkflüssigkeit produzieren.“

Kommt zusätzlich eine Entzündung hinzu, sprechen Medizinerinnen und Mediziner von einer aktivierten Arthrose. Dann können Schmerzen auch in Ruhe auftreten.

„Man muss immer abwägen, wie hoch der eigene Leidensdruck ist.“

Dr. Jörg Harkener, Leitender Oberarzt der Fachklinik für Orthopädie an der MEDICLIN Fachklinik Rhein/Ruhr

 

Behandlung von Arthrose

Ein wichtiger Bestandteil der Arthrose-Behandlung ist regelmäßige Bewegung. Besonders geeignet sind gelenkschonende Ausdauersportarten wie:

  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Aqua-Fitness
  • Nordic Walking

Sportarten mit schnellen Richtungswechseln wie Tennis oder Fußball sind dagegen weniger geeignet.

Bei akuten Beschwerden können Wärme oder Kälte helfen: Wärme wird meist bei nicht entzündlicher Arthrose eingesetzt, Kälte bei entzündlichen Beschwerden. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können auch entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz kommen. In frühen Stadien kann außerdem eine Hyaluronsäure-Injektion sinnvoll sein. Sie soll die Gelenkfunktion unterstützen. Voraussetzung ist allerdings, dass noch kein größerer Knorpelschaden vorliegt.

Wann ein künstliches Gelenk infrage kommt

Wenn konservative Maßnahmen nicht mehr ausreichen und die Lebensqualität stark eingeschränkt ist, kann auch ein künstliches Gelenk eine Behandlungsoption sein. „Ob ich mir ein künstliches Gelenk einsetzen lasse, ist letztlich meine eigene Entscheidung – natürlich in enger Abstimmung mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten“, sagt Harkener. „Man muss immer abwägen, wie hoch der eigene Leidensdruck ist.“

Frühzeitig informieren und behandeln

Wer länger anhaltende Gelenkschmerzen bemerkt, sollte diese ärztlich abklären lassen. Eine frühzeitige Diagnose und passende Behandlung können dazu beitragen, den Verlauf der Arthrose positiv zu beeinflussen.