28.01.2020

Burnout: Ein Experteninterview

Michael Jente, Chefarzt der Fachklinik für Psychosomatik und Psychotherapie und der Klinik für Akutpsychosomatik der MEDICLIN Kliniken Bad Wildungen, beantwortet Fragen zum Thema Burnout.

Welche Ursachen kann Burnout haben?

M. Jente: "Beschleunigung ist ein Kennzeichen unserer Gegenwart. Die Wirtschaft muss wachsen, Arbeit effektiver werden. Zwar sind in den letzten Jahrzehnten die körperlichen Belastungen in der Arbeitswelt zurückgegangen. In vielen Bereichen müssen jedoch viele Aufgaben gleichzeitig und schnell erledigt werden. Diese Verdichtung führt unter anderem dazu, dass sich in den letzten 20 Jahren die Quote psychisch bedingter Arbeitsunfähigkeit verdoppelt hat.

Doch nicht nur im beruflichen, sondern auch im privaten Umfeld kommt es zu einer Reizüberflutung. Neue Medien und Handys öffnen zwar neue Wege der Kommunikation. Auf der anderen Seite üben sie jedoch Druck aus: Wir sind jederzeit erreichbar und werden permanent mit Informationen überschüttet."

Wie sehen die Symptome von Burnout aus?

M. Jente: "Es gelingt jedoch nicht immer, sich wirksam gegen vielfältige Anforderungen und Belastungen zu schützen. Überforderung, gehetzt-Sein, Anspannung bis hin zur Frustration können die Folge sein. Oft fühlen sich Betroffene auf Dauer erschöpft und angespannt. Frühwarnzeichen für Burnout können beispielswiese sein, dass Hobbys und Freunde nicht mehr gepflegt werden, dass Betroffene im Alltag auf Kleinigkeiten gereizt reagieren oder der Nachtschlaf keine Erholung bietet."

Wann sollte man Hilfe in Anspruch nehmen?

M. Jente: "Burnout ist keine eigenständige Krankheit, sondern vielmehr eine Risikosituation, aus der sich psychische oder psychosomatische Störungen entwickeln können. Als mögliche Folgen können Depressionen, Angststörungen oder körperliche Beschwerden wie hoher Blutdruck, Herz- und Magenbeschwerden sowie Kopfschmerzen auftreten.

Spätestens jetzt ist es an der Zeit, sich professionelle Hilfe zu holen. Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten sind in diesem Fall geeignete Ansprechpartner. Gemeinsam mit dem Betroffenen analysieren sie die Ursachen und zeigen Lösungswege auf. Ziel sowohl einer ambulanten als auch einer stationären Behandlung ist es u.a., dass Betroffene Strategien entwickeln, mit denen sie den Anforderungen besser begegnen können."

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Michael Jente

Michael Jente

Chefarzt der Fachklinik für Psychosomatik und Psychotherapie

MEDICLIN Kliniken Bad Wildungen