Schlaganfall: Nerven & Gehirn

10 Fragen zu Schlaganfall

Was sind die Symptome bei einem Schlaganfall? Wer ist besonders gefährdet? Wir beantworten die 10 häufigsten Fragen zum Thema Schlaganfall.

1. Welche Symptome treten bei einem Schlaganfall auf und was sollte man dann tun?

Ein Schlaganfall ist die Folge einer plötzlichen Störung der Blutversorgung im Gehirn, weil Gefäße verstopfen, reißen oder platzen. Dadurch werden Teile des Gehirns nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Es treten bei einem Schlaganfall unterschiedliche Symptome auf, je nachdem, welcher Teil des Gehirns betroffen ist.

Zu den Symptomen gehören:

  • Kopfschmerzen
  • Seh- oder Sprachstörungen
  • Lähmungserscheinungen
  • Taubheitsgefühlen
  • Schwindel
  • unsicherer Gang


In jedem Fall muss bei Auftreten eines oder mehrerer dieser Symptome umgehend gehandelt werden. Wählen Sie als Betroffener oder Angehöriger sofort den Notruf 112 oder suchen Sie einen Arzt auf, denn ein Schlaganfall kann nur in den ersten drei bis viereinhalb Stunden optimal behandelt werden.

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2. Wodurch wird ein Schlaganfall verursacht?

Die meisten Schlaganfälle werden durch eine Minderdurchblutung verursacht. Ausgelöst wird diese durch Verkalkungen der Gefäße oder durch verschleppte Blutgerinnsel. Seltener ist eine Hirnblutung die Ursache, beispielsweise durch ein geplatztes Aneurysma.

3. Kann ich das Schlaganfallrisiko verringern?

Sie können Ihr persönliches Schlaganfallrisiko bestimmen lassen, indem Sie von Ihrem Arzt eine schonende Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader vornehmen lassen. Bei einer hochgradigen Verengung kann das Schlaganfallrisiko durch eine Operation gesenkt werden, bei der Ablagerungen aus der Schlagader entfernt werden.

Weitere Risikofaktoren sind beispielsweise

Einige dieser Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht können durch eine gesunde Lebensweise beeinflusst werden. Diese beinhaltet den Verzicht auf Zigaretten, viel Bewegung und eine gesunde Ernährung.

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4. Wer ist besonders gefährdet?

Allgemein sind Menschen ab etwa 60 Jahren stärker gefährdet, aber auch junge Menschen können betroffen sein und sollten Symptome sehr ernst nehmen. Frauen erleiden häufiger einen Schlaganfall als Männer, da sie im Schnitt fünf Jahre länger leben.

5. Wie wird festgestellt, ob wirklich ein Schlaganfall vorliegt und welche Ursachen er hat?

Durch eine Computertomographie oder eine Kernspintomographie des Kopfes kann in einer Klinik festgestellt werden, ob tatsächlich ein Schlaganfall vorliegt, ob ein Gerinnsel oder ein gerissenes Gefäß die Ursache ist und wie stark ausgeprägt die Schädigungen sind.

6. Kann es passieren, dass ein Schlaganfall unbemerkt bleibt?

Bei einer Minderdurchblutung des Gehirns kann es vorkommen, dass keine wahrnehmbaren Symptome auftreten, je nachdem, welches Hirnareal betroffen ist und wie groß dieses Areal ist. Ist das betroffene Areal nicht für Bewegung oder Sprache zuständig, kann es sein, dass die typischen Symptome ausbleiben und der Schlaganfall unbemerkt verläuft.

7. Wie verläuft die Behandlung bei einem Schlaganfall?

Die Behandlung bei einem Schlaganfall gliedert sich im Regelfall in folgende Schritte:

  • Wenn möglich, sollte der Patient in eine Klinik gebracht werden, in der es eine sogenannte Stroke Unit gibt (spezielle Station für die Versorgung von Schlaganfallpatienten). Dann muss zunächst die Ursache des Schlaganfalls geklärt werden. Liegt eine Verstopfung in einem Blutgefäß vor, muss diese Verstopfung mit einer medikamentösen Lyse-Therapie aufgelöst werden. Im Falle einer Blutung kann das Gefäß in einer Operation abgedichtet werden, um den Druck im Gehirn zu stoppen. Die Rehabilitation beginnt dann bereits auf der Stroke Unit.
  • Danach geht es zur Weiterbehandlung in die geeignete Reha-Einrichtung, wo Fähigkeiten und Kompetenzen schrittweise zurückgewonnen werden sollen. Dies erfolgt zunächst in stationären Einrichtungen, bevor im besten Fall eine berufliche Wiedereingliederung stattfinden kann. Es kann aber auch vorkommen, dass eine berufliche Rehabilitation nicht möglich ist, weil die Wiederherstellung der verloren gegangenen Fähigkeiten nicht gelingt. In diesem Fall sind die Patienten dann dauerhaft auf Hilfe angewiesen und es folgt die Langzeitpflege.
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8. Welche Folgen kann ein Schlaganfall haben?

In Deutschland gehört der Schlaganfall zu den häufigsten Todesursachen. Außerdem behalten viele Schlaganfallpatienten schwere Behinderungen zurück und müssen so für den Rest ihres Lebens mit starken Einschränkungen leben. Häufig verlieren sie ihr Körpergefühl und die Beweglichkeit wird durch Lähmungen und Muskelspannungen stark eingeschränkt.

Dennoch gilt: Wer während der Reha motiviert mitarbeitet, hat bessere Chancen, seine verlorengegangenen Fähigkeiten wiederzugewinnen und so wieder zu alten Kräften zu gelangen.

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9. Warum ist es so wichtig, dass die Reha nach einem Schlaganfall schnell beginnt?

Je schneller ein Schlaganfall behandelt wird, desto besser lassen sich Komplikationen vermeiden und desto größer sind die Heilungschancen. Unser Gehirn besitzt die Eigenschaft, Fähigkeiten wiederzuerlangen, die durch den Schlaganfall verloren gegangen sind.

Denn zum Teil können benachbarte Hirnareale die Aufgaben von zerstörten Nervenzellen übernehmen. Ziel ist es nach einem Schlaganfall deshalb, das Gehirn vor den Folgen der Minderdurchblutung zu schützen. Dazu muss die Behandlung sehr schnell erfolgen.

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10. Wie groß ist die Gefahr, einen zweiten Schlaganfall zu erleiden?

Menschen, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, tragen ein höheres Risiko, noch einen weiteren Schlaganfall zu erleiden. Gerade im ersten Jahr nach einer überstandenen Durchblutungsstörung des Gehirns ist das Risiko erhöht. Deshalb ist es umso wichtiger, nach einem Schlaganfall die Risikofaktoren zu reduzieren und auf eine gesunde Lebensweise zu achten.

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