Niere & Dialyse: Innere Organe & Stoffwechsel

Die ersten Wochen mit der Spenderniere

In die MEDICLIN Staufenburg Klinik kommen Menschen nach einer Nierentransplantation zur Rehabilitation. Hier lernen sie, wie sie mit ihrer neuen Niere richtig umgehen.

„Vorrangiges Ziel der Behandlung ist es, alle Voraussetzungen dafür zu schaffen, das transplantierte Organ lange in guter Funktion zu erhalten“, erklärt Dr. Felix Günther, Oberarzt im Fachbereich Nephrologie und Kardiologie der MEDICLIN Staufenburg Klinik. Die erste Zeit nach der Transplantation sei dabei die „wackeligste“ Phase. Denn jetzt kommt es darauf an, dass sich die Nierenfunktion stabilisiert. In der ersten Zeit in der Klinik nehmen Patienten u. a. viele neue Medikamente ein, deren Dosis laufend überprüft und angepasst wurde.

Damit der Körper das Spenderorgan nicht abstößt, muss zudem das Immunsystem des Patienten medikamentös unterdrückt werden. Dadurch wiederum besteht eine erhöhte Infektionsgefahr. Regelmäßig wird die Nierendurchblutung im Ultraschall kontrolliert.

Patienten in der Reha schulen

„Eine Nierentransplantation bedeutet für die Betroffenen einen tiefen Einschnitt“, sagt Dr. Günther. „Ein nierentransplantierter Patient muss viele Dinge beachten.“

In der Reha lernen die Betroffenen Verhaltensregeln, wie sie mit ihrer Niere optimal umgehen und Schädigungen des Organs vermeiden, etwa durch Bluthochdruck und Infektionen. Die Schulungen in der Klinik zeigen den Patienten auch die möglichen Risiken nach der Transplantation auf, u. a.

  • die Möglichkeit, dass Diabetes auftreten kann, was nach Nierentransplantationen nicht selten vorkommt,
  • die Gefahr, dass das Organ abgestoßen wird.

Von den Therapeuten erfährt der Patient, auf welche Warnzeichen er achten muss und welche Kontrolluntersuchungen wichtig sind.

Muskelaufbau und bei Bedarf psychologische Betreuung

„Gleichzeitig soll der Patient wieder zu Kräften und zu guter körperlicher Fitness kommen. Muskelaufbau ist das Gebot der Stunde“, erklärt Dr. Günther. Für den Patienten stehen unter anderem Physio- und Bewegungstherapien auf dem Programm.

Die Klinik ermöglicht zudem eine psychologische Begleitung, die bei vielen Patienten gerade in der Anfangsphase notwendig ist. Auch die Vorbereitung auf die Rückkehr in den Beruf spielt während des Klinikaufenthalts für viele Patienten eine Rolle: Beispielsweise werden bestimmte Therapieübungen während der Reha gezielt mit Blick auf den Arbeitsalltag im Büro durchgeführt.