03.06.2019 Kardiologische Reha: Herz & Lunge

Experteninterview: Kardiologische Reha

Prof. Roger Marx ist Chefarzt der Fachklinik für Innere Medizin und Kardiologie an der MEDICLIN Fachklinik Rhein/Ruhr. Im Interview erläutert er, wie das kardiologische Rehabilitationsprogramm seiner Klinik funktioniert und wie sie mit den aktuellen Herausforderungen umgehen.

Herr Prof. Marx, an wen richtet sich die kardiologische Reha?

In der kardiologischen Reha behandeln wir vor allem Patienten nach einem Herzinfarkt, nach einer Herz-Operation, mit schlecht eingestelltem Blutdruck, mit einer Lungenembolie oder einer chronischen Herzschwäche.

Warum ist eine kardiologische Reha für Herzkranke überhaupt wichtig?

Die kardiologische Reha mobilisiert Patienten nach einer Herz-OP oder einem Infarkt. Außerdem ist es für Herzpatienten wichtig, dass sie wissen, welche Rolle Cholesterin, Bewegung und Nikotin für die Herzgesundheit spielen. Daher erhalten sie in der kardiologischen Reha ein umfangreiches Schulungsprogramm, in dem sie lernen, wie sie typische Risikofaktoren durch eine gesunde Lebensweise mindern können. Patienten werden so zum Experten für ihre eigene Krankheit.

An der Fachklinik Rhein/Ruhr haben Sie zusammen mit Ihrem Kollegen, Prof. Mario Siebler, Chefarzt der Fachklinik für Neurologie, eine Herz-Hirn-Station eingerichtet. Was ist hier der Hintergrund?

Auf der Herz-Hirn-Station behandeln wir schwerkranke Menschen mit kardiologischen und neurologischen Störungen: Darunter sind zum Beispiel Patienten, die nach einer Herz-OP einen Schlaganfall hatten oder bei denen ein Körperteil gelähmt ist. Die Herz-Hirn-Station ermöglicht uns, die Therapien besser aufeinander abzustimmen, unter anderem führt das zu einer besseren medikamentösen Versorgung.

Die Anzahl der Kunstherz-Patienten nimmt zu. Welche Besonderheiten gelten für die kardiologische Reha von Patienten mit einem Kunstherz?

Das Kunstherz ist eine mechanische Pumpe mit Batterieantrieb. Die Patienten tragen immer Akkus mit sich, die nach vier bis fünf Stunden gewechselt werden müssen. Der Umgang mit dem Gerät muss zunächst geübt werden. Daher werden die Patienten, die Mitarbeiter und – wenn möglich – Angehörige beziehungsweise Kontaktpersonen geschult.

Besondere Aufmerksamkeit gilt auch der Blutgerinnung und der Hygiene beim Verbandswechsel, um Schlaganfälle oder Infektionen zu verhindern. Auch braucht es für die Betreuung von Kunstherz-Patienten besonderes medizinisches Know-how, da durch die Funktionsweise des Implantats der Blutdruck nicht mit den üblichen Messgeräten kontrolliert werden kann.

Ihr Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Roger Marx

Prof. Dr. med. Roger Marx

Chefarzt der Fachklinik für Kardiologie

MEDICLIN Fachklinik Rhein/Ruhr

Wo wir die kardiologische Reha anbieten