Zur Hauptnavigation springen Zum Seiteninhalt springen Zu den Footer Quicklinks springen Zum Footer springen
0800 44 55 888
  • Presse
  • Karriere
  • Mediathek
  • Investor Relations
  • Kontakt
  • Kontraststärke

    Verstärken Sie den Kontrast für eine leichtere Leseerfahrung.

    Schriftgröße anpassen

    Halten Sie auf Ihrer Tastatur die Taste STRG gedrückt und betätigen Sie gleichzeitig die Plus- (+) oder Minus-Taste (-), um die Schrift größer oder kleiner zu stellen. Mit STRG und 0 gelangen Sie wieder zur Ausgangsgröße.

MEDICLIN
Kontakt
Menü
  • Unsere Einrichtungen
    & Experten
    Unsere Einrichtungen & Experten
    Krankenhäuser
    Reha-Kliniken
    • Reha-Guide: Alles Wichtige auf einen Blick
    • Wunsch- und Wahlrecht
    • Reha beantragen
    • Podcast zum Thema Reha
    Pflegeheime
    • Pflegegrad beantragen
    • Pflegearten
    Facharzt- und Therapiezentren

    Einrichtungsfinder

    Finden Sie die passende MEDICLIN-Einrichtung

    Expertenfinder

    Unsere Expertinnen und Experten

    MEDICLIN DIRECT

    Ambulante Reha und Therapie vor Ort

    MEDICLIN HOME

    Unsere digitalen Therapieangebote

  • Ratgeber
    Gesundheit
    Ratgeber Gesundheit Tipps und Infos rund um Gesundheit und Medizin
    • Psyche & Körper
    • Nerven & Gehirn
    • Gefäße & Blut
    • Innere Organe & Stoffwechsel
    • Rücken & Gelenke
    • Herz & Lunge
    • Gesundheit im Alter
    • Fit für den Alltag

    Der MEDICLIN Podcast

    Wir sprechen mit Expert*innen zu Themen rund um Medizin und Gesundheit

  • Medizinische
    Schwerpunkte
    Medizinische Schwerpunkte Unsere Schwerpunkte
    Orthopädie
    Herzmedizin
    Neuromedizin
    Altersmedizin (Geriatrie)
    Psychosomatik & Psychiatrie
    • Akutpsychosomatik
    Weitere Spezialisierungen
    Reha nach Corona - Übersicht
    • Krankheitsbild Long COVID / Post-COVID
    • Post-COVID-Therapiekonzept
    • Studie zur Long COVID-Reha
    • Podcasts Long COVID
    • Corona und Fatigue (Erschöpfungssyndrom)
    • Long-COVID-Reha beantragen
    • Post-COVID-Schwerpunkt-Kliniken

    Expertenfinder

    Unsere Expert*innen auf einen Blick

    Der MEDICLIN Podcast

    Wir sprechen mit Expert*innen zu Themen rund um Medizin und Gesundheit

  • Über
    MEDICLIN
    Über MEDICLIN
    Über uns
    • DAS IST REHA. Moderne Medizin, die Leben verändert.
    • Reha-Forschung bei MEDICLIN
    • Das MEDICLIN-Expertenboard
    • Partizipative Reha
    Vorstand & Management
    Karriere
    Aktuelles & Veranstaltungen
    Servicegesellschaften
    MEDICLIN - Ihr Partner
    Zahlen & Fakten
    Qualität & Sicherheit
    Haltung & Werte
    • Compliance

    Mehr Komfort in der Klinik

    Exklusive Serviceleistungen für Ihren Aufenthalt

    Mediathek

    Broschüren und Flyer zum Herunterladen

  • Suche
  • Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine Nachricht: 0800 44 55 888 Kontaktformular
  • Start
  • Ratgeber Gesundheit
  • Psyche & Körper
  • Essstörungen: Magersucht, Bulimie, Binge-Eating
Essstörungen: Magersucht, Bulimie, Binge-Eating Zurück
  • Themen auf der Seite
  • Was sind Essstörungen?
  • Magersucht
  • Bulimie
  • Binge-Eating
  • Ursachen und Risikofaktoren für Essstörungen
  • Podcast
  • Diagnostik
  • Therapie
  • Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen
  • Nachsorge
  • Vorbeugung
  • Vorbeugung
  • Umgang mit Betroffenen
  • Wo bekomme ich Hilfe?
  • Kliniken für Essstörungen
Teilen:

Essstörungen: Magersucht, Bulimie, Binge-Eating

Essstörungen sind ernsthafte Krankheiten, die schwere gesundheitliche Folgen haben können. Die Betroffenen benötigen professionelle Hilfe, um wieder gesund zu werden. Woran man eine Essstörung erkennt, wie sie behandelt wird und wie man am besten mit Betroffenen umgeht, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was sind Essstörungen?

Essstörungen sind psychische Krankheiten, bei denen die Gedanken der Erkrankten ständig um ihr Essverhalten und ihr Körpergewicht kreisen. Die Betroffenen essen entweder viel zu wenig, um ihren Energie- und Nährstoffbedarf zu decken oder sie nehmen viel mehr Nahrung zu sich, als sie brauchen. Während gesunde Personen ihr Essverhalten jederzeit wieder umstellen können, schaffen Menschen mit einer Essstörung das in der Regel nur mit professioneller Hilfe.

Eine Essstörung zu erkennen ist nicht einfach. Gerade in den westlichen Kulturen sind viele Menschen unzufrieden mit ihrem Körper und ihrem Gewicht. Die Grenzen zwischen einem stark kontrollierten Essverhalten und einer Essstörung verlaufen fließend. Das gilt auch für das Überessen: Es gibt viele Menschen, die essen, weil sie sich etwas Gutes tun oder Stress abbauen wollen, ohne dass dies krankhaft ist.

Warnzeichen: So erkennen Sie eine Essstörung

Essgestörte betrachtet sich im Spiegel

Eine Essstörung beherrscht häufig den gesamten Tagesablauf der Betroffenen und bekommt einen sehr hohen Stellenwert in ihrem Leben. Viele Betroffene versuchen, ihr verändertes Essverhalten zu verbergen und ihre Essstörung geheim zu halten. Manche versuchen außerdem, die aufgenommenen Kalorien durch Erbrechen, intensiven Sport, Medikamente oder andere Maßnahmen wieder loszuwerden.

Typisch für Essstörungen ist auch, dass Betroffene sehr unzufrieden mit ihrem Körper sind und ihn oft verzerrt wahrnehmen. Selbst stark untergewichtige Menschen mit Magersucht empfinden sich beispielsweise noch als zu dick.

Essstörungen treten häufig zusammen mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Zwangsstörungen auf.

Erste Anzeichen sind für Außenstehende oft nicht sofort erkennbar. Mögliche Warnzeichen sind zum Beispiel:

  • sehr wenig essen oder Mahlzeiten auslassen 
  • bestimmte Lebensmittel vermeiden 
  • starke Beschäftigung mit Kalorien, Gewicht und Figur 
  • Rückzug beim Essen oder feste Essrituale 
  • starker Gewichtsverlust oder häufige Gewichtsschwankungen 
  • exzessiver Sport 
  • häufiges Verschwinden nach dem Essen 
  • Gebrauch von Abführmitteln, Entwässerungsmitteln oder Appetitzüglern 
  • starke Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper 
  • Stimmungsschwankungen 
  • sozialer Rückzug 
  • geringes Selbstwertgefühl 

Wenn mehrere dieser Anzeichen über längere Zeit auftreten, sollte ärztlicher oder psychologischer Rat eingeholt werden.

Habe ich eine Essstörung?

Diese Frage kann Ihnen nur ein*e Ärzt*in nach einer sorgfältigen Diagnostik beantworten. Sie können die folgenden sechs Fragen jedoch nutzen, um festzustellen, ob Sie gefährdet sind.

  • Denke ich sehr viel über Essen und mein Essverhalten nach?
  • Hängt mein Selbstwertgefühl stark von meiner Figur oder meinem Gewicht ab?
  • Esse ich lieber allein und unbeobachtet und/oder esse ich heimlich?
  • Esse ich manchmal viel zu viel und habe dabei das Gefühl die Kontrolle zu verlieren?
  • Übergebe ich mich nach großen Essensmengen?
  • Bin ich besorgt, wenn ich mit dem Essen nicht aufhören kann?

Wenn Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit „Ja“ beantworten, sollten Sie mit einem Arzt oder einer Ärztin darüber sprechen.

Welche Essstörungen gibt es?

Essverhalten Magersucht

Man unterscheidet verschiedene Formen der Essstörungen. Zu den häufigsten gehören:

  • Magersucht (Anorexia nervosa)
  • Bulimie (Ess-Brech-Sucht)
  • Binge-Eating-Störung

Bei vielen Patient*innen lässt sich die Essstörung nicht eindeutig einer dieser Formen zuordnen, weil sie sowohl Symptome der einen als auch einer anderen Essstörung zeigen. Man spricht dann von „Mischformen“ oder einer nicht näher bezeichneten „Essstörung“. Darüber hinaus kann sich eine Form in ein andere entwickeln, wie beispielsweise Magersucht oder Binge-Eating in eine Bulimie.

Magersucht (Anorexia nervosa)

Magersucht ist eine Essstörung und psychische Erkrankung, bei der Betroffene große Angst haben zuzunehmen und deshalb sehr wenig essen. Viele nehmen sich trotz starken Untergewichts als zu dick wahr. Durch das starke Untergewicht kann es zu schweren körperlichen Folgen kommen. Die Erkrankung beginnt meist im Jugendalter und betrifft überwiegend Mädchen und junge Frauen, kann aber auch bei Jungen und Männern auftreten.

Magersucht: Ursachen, Symptome & Behandlung

Bulimie (Bulimia nervosa)

Bulimie ist eine Essstörung, bei der Betroffene wiederkehrende Essanfälle haben und anschließend versuchen, eine Gewichtszunahme zu verhindern, zum Beispiel durch Erbrechen, Abführmittel, Fasten oder exzessiven Sport. Daher wird die Krankheit auch „Ess-Brech-Sucht“ genannt. Viele Betroffene haben ein normales Gewicht, leiden aber stark unter ihrem Essverhalten. Die Erkrankung beginnt meist im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter und betrifft überwiegend Frauen.
 

Bulimie: Ursachen, Symptome & Behandlung
 

Binge-Eating (Esssucht)

Die Binge-Eating-Störung ist durch wiederkehrende Essanfälle gekennzeichnet, bei denen Betroffene die Kontrolle über ihr Essverhalten verlieren. Anders als bei Bulimie ergreifen sie in der Regel keine Maßnahmen, um die aufgenommenen Kalorien auszugleichen. Viele Betroffene leiden unter Übergewicht, aber nicht alle. Die Binge-Eating-Störung ist die häufigste Essstörung und betrifft Frauen und Männer.
 

Binge-Eating-Störung: Ursachen, Symptome & Behandlung

Essstörung - Spiegelbild

Häufigkeit und Bedeutung von Essstörungen

Essstörungen gehören zu den häufigsten chronischen psychischen Erkrankungen, insbesondere bei jungen Menschen. Sie beginnen meist in der Jugend oder im jungen Erwachsenenalter. Frauen und Mädchen sind häufiger betroffen als Männer und Jungen, jedoch erkranken auch Männer zunehmend an Essstörungen.

Internationale Studien zeigen: Es erkranken etwa

  • 1 bis 10 von 1.000 Menschen im Laufe ihres Lebens an Magersucht,
  • 5 bis 20 von 1.000 an Bulimie und
  • 10 bis 30 von 1.000 an einer Binge-Eating-Störung.

Die Binge-Eating-Störung ist damit die häufigste Essstörung.

Fachleute beobachten seit einigen Jahren, dass Essstörungen – insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen – zunehmen. Als Gründe werden unter anderem gesellschaftlicher Leistungsdruck, Schönheitsideale und der Einfluss sozialer Medien diskutiert.

In sozialen Netzwerken spielt dabei auch das Thema Selbstoptimierung eine Rolle. Viele Inhalte drehen sich um Fitness, Diäten, „gesunde“ Ernährung oder das perfekte Aussehen. Ständige Vergleiche mit oft bearbeiteten oder unrealistischen Bildern können dazu führen, dass Menschen mit ihrem eigenen Körper unzufrieden werden und ein gestörtes Essverhalten entwickeln.

Ursachen und Risikofaktoren für Essstörungen

Essstörungen haben selten nur eine Ursache. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen. Dazu gehören psychische Belastungen, ein geringes Selbstwertgefühl, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, gesellschaftliche Schönheitsideale, familiäre Einflüsse sowie genetische Veranlagung. Auch Diäten, Perfektionismus oder belastende Lebensereignisse können das Risiko für eine Essstörung erhöhen.

Magersucht und Bulimie beginnen häufig im Jugendalter, vor allem bei Mädchen und jungen Frauen. Binge-Eating betrifft Frauen und Männer und steht häufig im Zusammenhang mit Stress, negativen Gefühlen und Diäten.

Da Essstörungen unterschiedliche Ursachen haben und sich die Erkrankungen teilweise überschneiden, ist eine genaue Abklärung und Behandlung wichtig.

Mehr zu Ursachen des jeweiligen Krankheitsbildes erfahren Sie hier:

  • Magersucht 
  • Bulimie
  • Binge-Eating-Störung

Podcast

Instagram & Co. – Wie Social Media Kinder und Jugendliche in die Magersucht treibt

Was Soziale Medien wie TikTok oder Instagram mit Magersucht bei Kindern und Jugendlichen zu tun haben, beschreibt Dr. Rebecca Knoche in dieser Folge. Sie erklärt unter anderem, welche Rolle der Algorithmus und sogenannte Influencer*innen spielen, weshalb sich junge Menschen von vermeintlicher Perfektion eher beeinflussen lassen als Erwachsene und wie sich im Netz Gruppendynamiken entwickeln, die Erkrankungen wie Magersucht befeuern.

Diagnostik bei Essstörungen

Diagnostik bei Essstörungen

Um eine Essstörung zu diagnostizieren, findet zunächst ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt/Ärztin oder Psychologe/Psychologin und der betroffenen Person statt. Dabei geht es unter anderem um das Essverhalten, das Gewicht, die Gedanken zum eigenen Körper sowie um die psychische Situation. Häufig werden auch Fragebögen eingesetzt.

Anschließend werden wichtige körperliche Daten erfasst, zum Beispiel Größe, Gewicht, Puls, Blutdruck und BMI. Bei Kindern und Jugendlichen wird außerdem der Entwicklungsstand berücksichtigt.

Zusätzlich können weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um den körperlichen Gesundheitszustand sowie mögliche Folgen der Essstörung und Begleiterkrankungen festzustellen. Dazu gehören zum Beispiel Blutuntersuchungen, Untersuchungen des Herz-Kreislauf-Systems oder der Knochen.

Was ist der BMI?

Bei der Diagnostik von Essstörungen und der Bewertung des Körpergewichts (Untergewicht, Normalgewicht oder Übergewicht?) spielt der Body Mass Index (BMI) eine zentrale Rolle. Er wird aus dem Körpergewicht und der Körpergröße ermittelt.

BMI-Grenzen bei Erwachsenen:

  • BMI <16 kg/m2 hochgradiges Untergewicht
  • BMI 16 bis 16,99 kg/m2 moderates Untergewicht
  • BMI 17 bis 18,49 kg/m2 leichtes Untergewicht
  • BMI 18,50 bis 24,99 kg/m2 Normalbereich
  • BMI 25 bis 29,99 kg/m2 Übergewicht
  • BMI 30 bis 34,99 kg/m2 starkes Übergewicht/Fettleibigkeit (Adipositas) Grad I
  • BMI 35 bis 39,99 kg/m2 Fettleibigkeit (Adipositas) Grad II
  • BMI ≥ 40 kg/m2 Fettleibigkeit (Adipositas) Grad III

Sie möchten wissen, ob Sie Normalgewicht haben oder möglicherweise an Über- oder Untergewicht leiden? Hier können Sie Ihren BMI berechnen

Erwachsene mit einem BMI von unter 15 kg/m2 sollten sich in ein Krankenhaus einweisen lassen, denn bei einem solchen Untergewicht besteht Lebensgefahr.

Achtung: Bei Kindern werden BMI-Perzentile (altersabhängige BMI-Grenzen) genutzt. Hier geht's zum BMI-Rechner für Kinder

Therapie von Essstörungen

Essstörungen können ambulant, in einer Tagesklinik oder stationär in einer Klinik behandelt werden. Welche Behandlungsform sinnvoll ist, hängt von der Schwere der Erkrankung und dem Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten ab.

Die Therapie verfolgt folgende Ziele:

  • ein gesundes Essverhalten entwickeln 
  • ein stabiles Körpergewicht erreichen 
  • psychische Probleme behandeln 
  • körperliche und seelische Folgen der Essstörung behandeln 
  • Begleiterkrankungen behandeln 
  • Unterstützung bei familiären oder sozialen Problemen 

Die Behandlung von Essstörungen besteht aus verschiedenen Bausteinen. Der wichtigste Bestandteil ist die Psychotherapie. In Einzel- oder Gruppengesprächen lernen Betroffene, die Ursachen ihrer Essstörung zu verstehen und ihr Essverhalten zu verändern. Bei Kindern und Jugendlichen wird häufig auch die Familie in die Therapie einbezogen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Arbeit am Körperbild. Ziel ist es, den eigenen Körper wieder realistischer wahrzunehmen und zu akzeptieren.

Weitere Bestandteile der Behandlung können sein:

  • Ernährungstherapie 
  • Bewegungstherapie 
  • Ergo-, Kunst- oder Musiktherapie 
  • Entspannungsverfahren 

In der Ernährungstherapie lernen Betroffene, wieder regelmäßig und ausgewogen zu essen, Portionsgrößen besser einzuschätzen und Hunger- und Sättigungsgefühle wahrzunehmen.

In bestimmten Fällen können Medikamente die Therapie unterstützen, zum Beispiel bei Bulimie oder Binge-Eating-Störung. Ob Medikamente sinnvoll sind, wird immer individuell ärztlich entschieden.

Neue Behandlungsansätze bei Essstörungen

Neben den klassischen Behandlungsformen werden mittlerweile auch neue Therapieansätze eingesetzt. Dazu gehören zum Beispiel Online-Programme und webbasierte Therapien, die eine Behandlung vor Ort ergänzen können.

Außerdem wurden in den letzten Jahren kürzere und stärker strukturierte Therapieprogramme entwickelt, zum Beispiel spezielle Formen der kognitiven Verhaltenstherapie. In einigen Kliniken kommen auch neue Verfahren wie Virtual-Reality-Anwendungen zum Einsatz, etwa zur Arbeit am Körperbild.

Insgesamt geht die Entwicklung in der Behandlung von Essstörungen in Richtung einer stärker personalisierten Therapie. Das bedeutet, dass die Behandlung noch individueller auf die jeweilige Person und ihre Erkrankung abgestimmt wird.

Therapie Essstörungen

MEDICLIN Seepark Klinik: Spezialklinik für Essstörungen


Die MEDICLIN Seepark Klinik hat sich auf die Behandlung von Essstörungen wie Magersucht, Bulimie, Binge-Eating und Adipositas spezialisiert. Hier werden Patient*innen sowohl akut als auch rehabilitativ behandelt. Zur Aufnahme in die Klinik gibt es keine Gewichtsunter- oder Obergrenzen. Somatische Begleiterkrankungen werden mit hoher internistischer Fachkompetenz mitbehandelt. Neben der klassischen stationären Therapie sind auch ambulante oder teilstationäre Therapien möglich.

„Eine Essstörung ist wie ein Eisberg: Ein Drittel ist sichtbar, zwei Drittel liegen unter Wasser. Wir versuchen, die Themen, über die sich die Essstörung aufgebaut hat, zu ergründen und zu bearbeiten.“

Jan Schiborr, leitender Psychologe der MEDICLIN Seepark Klinik in Bad Bodenteich.

Ernährungstherapie bei Essstörungen

Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen

Magersucht, Bulimie und Binge-Eating beginnen häufig im Kindes- und Jugendalter. Die Ursachen und Symptome der Essstörungen sind in etwa die gleichen wie bei Erwachsenen.

Essstörungen können die körperliche und psychische Entwicklung stören. Gerade in der Entwicklungsphase kann eine falsche Ernährung schwerwiegende, gesundheitliche Folgen haben. Zu diesen Folgen gehören beispielsweise Wachstumsstörungen, Zahnschäden schlechte Knochenqualität und hormonelle Störungen.

Essstörungen im Kindes- und Jugendalter können darüber hinaus wichtige soziale und psychische Reifungsprozesse empfindlich stören. Schließlich kann die Schul- und Ausbildung der Kinder und Jugendlichen unter der Essstörung leiden.   

Wenn die Essstörung frühzeitig behandelt wird, vermeidet man diese Folgen oder kann sie zumindest abschwächen. Tatsächlich stehen auch die Chancen auf eine Heilung umso besser, je früher Kinder und Jugendliche mit einer Essstörung behandelt werden.

Besonderheiten bei der Therapie von Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen

Kinder und Jugendliche mit Essstörungen sehen häufig nicht ein, dass sie krank sind. Sie erkennen nicht, wie riskant ihr Essverhalten ist und verweigern daher eine Therapie. Eltern sollten ihr Kind überzeugen, dass eine stationäre Therapie sinnvoll und notwendig ist. 

Auch für Kinder und Jugendliche gibt es ambulante, tagesklinische und stationäre Therapien. Eltern können maßgeblich zum Erfolg der Essstörungs-Behandlung bei ihrem Kind beitragen, indem sie sich aktiv daran beteiligen. 

Tatsächlich gilt die Familientherapie bei Essstörungen im Kindes- und Jugendalter als besonders erfolgsversprechend. Zusätzlich sollten die Eltern Schulungen zum Thema besuchen. Je nach Therapieeinrichtung und mit Einverständnis der Therapeut*innen und des Kindes können Eltern auch an therapeutisch begleiteten Mahlzeiten teilnehmen, um zu lernen, wie sie ihr Kind zuhause unterstützen können.

Die Essstörung des Kindes belastet Eltern schwer. Der Austausch mit anderen Eltern in einer Selbsthilfegruppe kann helfen, diese Belastung zu verarbeiten. Das gilt auch für andere Angebote, die es speziell für Angehörige von Menschen mit einer Essstörung gibt. 

Essstörungen Kinder und Jugendliche

Nachsorge und Rehabilitation für einen anhaltenden Therapieerfolg

Bei einer Essstörung entwickeln Betroffene häufig ungesunde Denk- und Verhaltensmuster. Während einer Therapie in einer Klinik oder einer Rehabilitation lernen sie, diese Muster zu erkennen und Schritt für Schritt zu verändern. Ziel der Rehabilitation ist es außerdem, die Betroffenen dabei zu unterstützen, wieder mehr Stabilität im Alltag, im sozialen Leben und im Berufsleben zu gewinnen.

Häufig reicht die Behandlungszeit jedoch nicht aus, um die Denk- und Verhaltensmuster vollständig zu verändern. Im Alltag und in belastenden Situationen können alte Verhaltensweisen wieder auftreten und Rückfälle begünstigen. Das hat nichts mit fehlender Willensstärke zu tun, sondern gehört bei vielen Betroffenen zum langwierigen Verlauf von Essstörungen.

Daher wird Patientinnen und Patienten nach der Therapie eine systematische Nachsorge empfohlen. Regelmäßige ambulante ärztliche oder psychotherapeutische Termine können helfen, langfristig stabil zu bleiben und Rückfälle zu vermeiden. Ergänzend können auch Sportgruppen oder weitere therapeutische Angebote unterstützen.

Ziele der Nachsorge

Die Nachsorge soll Folgendes leisten:

  • die Erfolge der Therapie stabilisieren
  • Rückfälle früh erkennen und behandeln
  • Stärken und Selbstvertrauen der Betroffenen fördern
  • die Betroffenen bei der sozialen und beruflichen Wiedereingliederung unterstützen
  • das Risiko für andere psychische Störungen vermindern
Selbsthilfegruppe Essstörungen

Formen der Nachsorge

Die Nachsorge kann ambulant in qualifizierten psychologischen Praxen, Ambulanzen entsprechender Kliniken oder in Tageskliniken erfolgen.

Neben den ambulanten Angeboten gibt es auch die Nachsorge in betreuten Wohngruppen, in denen sich die Patient*innen im täglichen Austausch miteinander befinden und sich gegenseitig Rückhalt im Alltag geben (s. Infobox).

Wie die Nachsorge im Einzelfall am besten abläuft, besprechen die Patient*innen mit ihrer*m Ärzt*in vor dem Ende der Therapie. Bei Jugendlichen sind auch die Eltern an diesem Gespräch beteiligt. Auch nach Abschluss der Therapie können sich Patient*innen und Angehörige über Nachsorgeangebote beraten lassen. (siehe: Wo bekomme ich Hilfe?)

Wohngruppen

In Wohngruppen leben mehrere Patient*innen zusammen und werden therapeutisch betreut. Der Alltag in der Wohngruppe verläuft weitgehend normal. Die Mitglieder der Wohngruppe besuchen die Schule, absolvieren eine Ausbildung oder gehen arbeiten. Die Wohngruppen helfen den Patient*innen, Verhaltensweisen, die sie in der Therapie gelernt haben, im Alltag umzusetzen, zu festigen und weiter auszubauen.

Für die Aufnahme in eine Wohngruppe müssen die Patient*innen meist Bedingungen erfüllen. Die können sich je nach Einrichtung unterscheiden.

Wie lange der Aufenthalt in einer Wohngruppe dauert, hängt von der Einrichtung ab. Die Kosten für eine therapeutische Wohngruppe können vom Jugend- oder Sozialamt oder der Rentenversicherung je nach Fall teilweise oder vollständig übernommen werden.

Kann man Essstörungen vorbeugen?

Essstörungen entstehen, wenn verschiedene Risikofaktoren zusammenkommen: Zum Beispiel eine entsprechende genetische Veranlagung mit einer Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, dem Wunsch nach Anerkennung und einem Schicksalsschlag als Auslöser.

Einige der Risikofaktoren von Essstörungen, wie die genetische Veranlagung aber auch Schicksalsschläge, lassen sich nicht beeinflussen. Einigen anderen Risikofaktoren von Essstörungen kann man aber entgegenwirken.

Tipps zur Vorbeugung von Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen

Das können Eltern tun, um einer Essstörung bei ihren Kindern vorzubeugen:

  • In Bezug auf das Essverhalten und das Selbstwertgefühl ein positives Vorbild sein.
  • Das Selbstwertgefühl der Kinder durch Lob und Zuwendung stärken.
  • Gespräche anbieten und den Kindern zuhören.
  • Zeigen, dass sie sich mit ihren Kindern verbunden fühlen und für diese da sind.
  • Den Kindern Raum für eigene Entscheidungen lassen.
  • Ein selbstbestimmtes Essverhalten unterstützen.
  • Möglichst nicht mit Essen trösten oder belohnen.
  • Ein bewusstes, aber nicht zu striktes Ernährungsverhalten pflegen.
  • Häufig miteinander kochen und gemeinsam essen.
  • Möglichst keine Fertiggerichte oder Fast Food essen.

Umgang mit Betroffenen

Wenn Sie sich sorgen, dass Ihr Kind oder eine andere Person in Ihrem Umfeldan einer Essstörung leidet, sollten Sie mit der Person darüber sprechen. Das kann jedoch schwierig sein: Menschen, die an einer Essstörung leiden, ist die Erkrankung peinlich und sie versuchen sie daher zu verbergen. Spricht man sie auf ihr Essverhalten oder andere Symptome an, versuchen sie, die Sorgen ihrer Gesprächspartner zu beschwichtigen, weichen einem Gespräch aus oder reagieren aggressiv.

Umgang mit Betroffenen

Tipps: So kommen Sie ins Gespräch

Folgende Empfehlungen können Ihnen dabei helfen, ins Gespräch mit dem*r Betroffenen zu kommen:  

  • Sagen Sie der Person, dass Ihnen bestimmte Veränderungen an ihr Sorgen machen, und formulieren Sie hierzu Ich-Botschaften z. B. „Ich mache mir Sorgen, weil du nur noch wenig Kontakte pflegst.“
  • Sprechen Sie in erster Linie die Verhaltensänderungen der betroffenen Person, die Ihnen auffallen an, z. B. vernachlässigte Hobbys, Niedergeschlagenheit, Bedrücktheit oder sozialer Rückzug.
  • Gewicht und Essverhalten sollten nicht im Mittelpunkt des Gesprächs stehen.
  • Üben Sie keinen Druck auf die Person aus: Üben Sie keine Kritik an der Figur, dem Gewicht und dem Essverhalten der Person. Machen Sie ihr keine Vorwürfe.
  • Eine Diagnose können nur Ärzt*innen stellen, daher sollten Sie in dem Gespräch auch keine Diagnose nennen, sondern die oder den Betroffenen davon überzeugen, Fachleute aufzusuchen.
  • Auch gut gemeinte Ratschläge helfen den Betroffenen nicht.
Gespräch Mutter und Kind

Wie verhalte ich mich, wenn der oder die Betroffene keine Hilfe will?

Insbesondere in der Anfangsphase der Essstörung erkennen die Betroffenen häufig nicht, dass sie krank sind. Daher weigern sie sich auch, professionelle Hilfe zu suchen. Anders als bei Notfallbehandlungen in kritischen Situationen, die unter Umständen auch gegen den Willen der Betroffenen erfolgreich durchgeführt werden können, hängt der nachhaltige Therapieerfolg bei einer Essstörung von der Einwilligung und der aktiven Mitarbeit der Betroffenen ab. Vom ersten offenen Gespräch über die Essstörung bis zur Bereitschaft der Betroffenen Hilfe anzunehmen, kann viel Zeit vergehen.

  • Haben Sie Geduld. 
  • Geben Sie dem*r Betroffenen das Gefühl für ihn oder sie dazu sein, egal, ob er oder sie Hilfe annimmt oder nicht.
  • Machen Sie immer wieder Gesprächsangebote und fragen Sie den oder die Betroffene, wie es ihm*r geht.
  • Schlagen Sie den Besuch einer Beratungsstelle, einer psychotherapeutischen oder ärztlichen Praxis vor.
  • Helfen Sie dem*r Betroffenen bei der Suche nach Informationen.
  • Begleiten Sie den oder die Betroffene*n zu Beratungsstellen, Ärzt*innen oder Psychotherapeut*innen.
  • Erkennen Sie kleine Fortschritte an und würdigen Sie sie. So bestärken Sie den oder die Betroffene*n auf seinem oder ihrem Weg.
  • Freuen Sie sich bewusst und gemeinsam mit dem*r Betroffenen über positive Dinge und Erlebnisse, die nichts mit der Essstörung zu tun haben.

Wann ist die Essstörung ein Notfall?

In extremen Fällen kann sofort Hilfe nötig sein: Falls die Essstörung in einem fortgeschrittenen Stadium ist und die betroffene Person einen schwer kranken Eindruck macht, sollten Sie sofort Hilfe suchen. Das gleiche gilt, wenn Betroffene Selbsttötungsabsichten äußern oder ein entsprechender Verdacht besteht. Rufen Sie im Notfall auch gegen den Willen des*r Betroffenen den Rettungsdienst 112.

Wo bekomme ich Hilfe?

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Infotelefon zu Essstörungen:  0221-89 20 31
Sprechzeiten: Montag-Donnerstag: 10 - 22 Uhr / Freitag-Sonntag: 10 - 18 Uhr

Beratung für Betroffene und Angehörige ANAD e.V.

www.anad.de/beratung

Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden:

www.bundesfachverbandessstoerungen.de

www.bzga-essstoerungen.de

Gesundheits-Newsletter

Unser Newsletter informiert regelmäßig über verschiedene Krankheitsbilder und gibt wertvolle Gesundheitstipps.

Jetzt anmelden

MEDICLIN Podcast

Wir sprechen mit Expert*innen zu bestimmten Krankheitsbildern, zur Rehabilitation und zu vielen weiteren Themen.

Jetzt reinhören

Einrichtungsfinder

Finden Sie hier die passende Einrichtung für Ihr Krankheitsbild oder für einen bestimmten Fachbereich.

Einrichtung finden

Kliniken für Essstörungen

MEDICLIN Seepark Klinik
  • Reha-Klinik, Krankenhaus

    MEDICLIN Seepark Klinik

  • Tel.:  +49 5824 21 0
  • Kontakt aufnehmen
  • Bad Bodenteich, Niedersachsen
Zur Einrichtungsseite
MEDICLIN Kliniken Bad Wildungen
  • Krankenhaus, Reha-Klinik

    MEDICLIN Kliniken Bad Wildungen

  • Tel.:  +49 5621 796 0
  • Kontakt aufnehmen
  • Bad Wildungen-Reinhardshausen, Hessen
Zur Einrichtungsseite
MEDICLIN Müritz-Klinikum
  • Krankenhaus

    MEDICLIN Müritz-Klinikum

  • Tel.:  +49 3991 77 0
  • Kontakt aufnehmen
  • Waren (Müritz), Mecklenburg-Vorpommern
Zur Einrichtungsseite
MEDICLIN Klinik an der Lindenhöhe
  • Krankenhaus

    MEDICLIN Klinik an der Lindenhöhe

  • Tel.:  +49 781 9192 0
  • Kontakt aufnehmen
  • Offenburg, Baden-Württemberg
Zur Einrichtungsseite
Zurück zur Übersicht

Ähnliche Beiträge

Magersucht (Anorexia nervosa): Ursachen, Symptome & Behandlung

Magersucht (Anorexia nervosa): Ursachen, Symptome & Behandlung

Beitrag lesen
Essstörungen in der Pubertät: Dr. Rebecca Knoche gibt Eltern Rat

Essstörungen in der Pubertät: Dr. Rebecca Knoche gibt Eltern Rat

Beitrag lesen
Bulimie (Bulimia nervosa): Ursachen, Symptome & Behandlung

Bulimie (Bulimia nervosa): Ursachen, Symptome & Behandlung

Beitrag lesen

Diese Seite teilen

Facebook LinkedIn Xing WhatsApp

Karriere und Ausbildung

  • Arbeiten bei MEDICLIN

Service

  • Mediathek
  • Zahlen & Fakten
  • Erklärung zur Barrierefreiheit

Kontakt

  • Kontaktformular
  • Einrichtungsfinder

Über MEDICLIN

  • Über den Konzern
  • Aktuelles

Folgen Sie uns:

  • Facebook
  • Instagram
  • Youtube
  • LinkedInd

Zu MEDICLIN gehören bundesweit 31 Kliniken, sechs Pflegeeinrichtungen und zehn Medizinische Versorgungszentren. MEDICLIN verfügt über rund 8.200 Betten/Pflegeplätze und beschäftigt rund 9.900 Mitarbeiter*innen (Stand: Juni 2025).

MediClin
© 2026 MEDICLIN AG, Offenburg - Ein Unternehmen der Asklepios Gruppe
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Cookie Einstellungen
nach oben